Maxentiusbasilika
Frans Verwilt
1685
Die in kräftigen Farben ausgeführte Zeichnung zeigt die Ruinen der Maxentiusbasilika in Rom. Jahrhundertelang als Steinbruch genutzt, von Vegetation überwuchert, ohne die einstige Marmorverkleidung der Mauern werden sie hier zu einem pittoresken Motiv, das der Ruinenromantik der Zeit entspricht. Bereits im 16. Jahrhundert reisten viele niederländische Künstler nach Rom, allen voran Marten van Heemskerck, um dort die antiken Bauwerke zu studieren, die als Bildmotive Eingang in Gemälde fanden. Weite Verbreitung fanden antike Motive über das Medium der Druckgrafik, beispielsweise die im Verlag von Hieronymus Cock erschienene Stichserie „Praecipua aliquot Romanae antiquitatis ruinarum monimenta vivis prospectibus“ (Hollst. Dutch & Flemish IV, Nrn. 22–46). Die in dieser Serie enthaltene Ansicht der Maxentiusbasilika (Inv. DG1957/339/15) diente als Vorlage für das vorliegende Blatt (freundlicher Hinweis von Martina Pichler, 22.09.2015): Der Kopist reduzierte die Anzahl der Figuren im Vordergrund bis auf den sitzenden Zeichner, folgte sonst seinem Vorbild jedoch vom Blickwinkel bis in Details der Vegetation so getreu, dass anzunehmen ist, dass er nach der Stichvorlage arbeitete und gar nicht selbst vor Ort war. Über den Künstler Frans Verwilt, mit dessen Namen Feldmann das Monogramm »F. V.« auflöste, ist, abgesehen davon, dass er Landschaftsmaler war, kaum etwas bekannt.
