Elisabeth Vigée-Lebrun, Kopf eines Mädchens mit Schleier, Inv. Nr.: 17534
Kopf eines Mädchens mit Schleier
Elisabeth Vigée-Lebrun, Kopf eines Mädchens mit Schleier, Inv. Nr.: 17534
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Kopf eines Mädchens mit Schleier

Elisabeth Vigée-Lebrun

um 1785




Künstler:in (Paris 1755 - 1842 Paris)
Dateum 1785
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze und weiße Kreide, Rötel; auf Karton kaschiert
Dimensions35,6 x 24,9 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number17534
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Vigée-Lebrun, die vor allem als Malerin #Marie-Antoinettes berühmt wurde, war bereits zu Lebzeiten eine gesuchte Porträtistin. Unter den von ihr selbst aufgelisteten 662 Bildnissen befinden sich hauptsächlich illustre Mitglieder des hohen Adels, und zwar überwiegend weiblichen Geschlechts. Ihre lieblich-charmanten Frauenporträts, bei denen es weniger um psychologische Charakterisierung als um die Betonung von Anmut und Schönheit geht, erfreuten sich größter Beliebtheit: "Ich versuchte soweit es mir möglich war, den Damen, die ich malte, die ihrem Charakter entsprechende Stellung und den geeigneten Gesichtsausdruck zu geben; diejenigen, die keine ausgeprägten Züge hatten, malte ich träumerisch und in nachlässiger Weise aufgestützt." (zit. nach: Die Erinnerungen der Malerin Vigée-Lebrun, dt. Ausgabe, Bd. 1, Weimar 1912, S. 35)
Die Albertina-Studie eines Mädchenkopfes lässt sowohl in der "trois crayons"-Manier als auch in der nahsichtigen und flächenfüllenden Konzeption den Einfluss von #Rubens und #Greuze erkennen, deren Werke Vigée-Lebrun kopiert hat. Durch modellierende Strichlagen, zarte Wischeffekte und weiße Glanzlichter wird das Gesicht plastisch herausgearbeitet, während die Wirkung der Haarlocken mit kräftig akzentuierten Kreidelinien erzielt wird. Dem Blatt motivisch und stilistisch nahe verwandt sind zwei Zeichnungen in Paris, die beide signiert und 1785 datiert sind (beide Paris, Musée du Louvre, Département des Arts graphiques: "Tête d´une jeune fille" und "Portrait de Mademoiselle Laure de Bonneuil", Abb. in: AK Fort Worth 1982, Nr. 21, Nr. 22). Die schräg nach oben gerichteten Augen des Wiener Bildnisses finden sich auffällig ähnlich in dem 1778 gemalten Selbstporträt wieder, das Vigée-Lebrun mit Schleier und Rosen im Haar, vielleicht als Vestalin, zeigt (Abb. in: L´Œil, Sept. 1988, S. 63). Da sich aber bis auf Mund- und Kinnpartie ansonsten keine weiteren analogen physiognomischen Gemeinsamkeiten feststellen lassen, dürfte es sich bei der Mädchenstudie der Albertina vermutlich um kein Selbstporträt der Künstlerin handeln.

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 710, Nr. 330.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 330
  • Bibliography
  • Schönbrunner/Meder Bdl 1, p. 192
  • Ekelhart 2007, 330
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/33321/kopf-eines-madchens-mit-schleierImage Request
    Last edited02.02.2026