Waldstück mit Weiher, Kuhherde und Hund
Jules Dupré
1831
Dupré gehört zu den Vertretern der Schule von Barbizon. Er hatte diese Künstlergruppe am Beginn der 1830er-Jahre durch seinen Freund #Théodore Rousseau kennen gelernt. Charakteristisch für Duprés Œuvre sind seine stimmungshaften, gefühlsbetonten Naturschilderungen, die aber im Vergleich zu den Landschaftsdarstellungen der übrigen Barbizon-Künstler wie im Atelier arrangiert wirken. Der Grund dafür mag in der Verarbeitung unterschiedlicher Einflussbereiche liegen, die in Verbindung mit realer Naturbeobachtung in seinem Werk spürbar ist. Duprés frühe Landschaften zeigen seine Beschäftigung mit dem Werk #Claude Lorrains und der holländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts. Dazu kommt als weitere wichtige Inspirationsquelle die Kunst #John Constables, mit der er sich 1831 während einer ersten Englandreise intensiv auseinanderzusetzen begann. Die in diesem Jahr entstandene Federzeichnung der Albertina, die mit ihren markanten, unterschiedlich dichten Linien und Schraffuren sowie der reichen Skala an Schwarzweißabstufungen unter Einbeziehung des Papiertones an den optischen Reiz der Radierungen #Rembrandts erinnert, zeigt eine, für sein Frühwerk typische Synthese aus Elementen der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts - wie z.B. den Waldszenen mit baumbestandenen Hügeln und Figurenstaffage mit Hund von #Anthonie Waterloo - und der lyrischen Landschaftsauffassung John Constables mit häufiger Darstellung von Herden und ruhigem Gewässer.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 308, Nr. 135.
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