Mädchenkopf nach rechts blickend
Guy Pierre Fauconnet
Die beiden Zeichnungen Fauconnets (siehe auch: Inv. 22990), die seine Mutter knapp nach seinem frühen Tod der Albertina gewidmet hat, sind mit einfachen klaren Strichen unter Verzicht auf akzentuierende Binnenform ausgeführt. Der betont flächige Linienstil und das Fehlen von Plastizität und illusionistischer Raumauffassung lassen Fauconnets tiefe Bewunderung für die griechische Vasenmalerei und für sein Idol #Ingres erkennen. #Dunoyer de Segonzac, der mit ihm im Atelier von #Laurens gearbeitet hat, schreibt in seiner Einleitung zu der Fauconnet- Retrospekitve 1960 in Chelles (AK Rétrospective Guy Pierre Fauconnet, Chelles, Musée Alfred-Bonno 1960, S. 3), dass dieser ein leidenschaftlicher Vertreter des linearen, bisweilen an die Schärfe grenzenden Zeichenstils gewesen sei und geradezu eine "Clairobscur-Phobie" gehabt habe.
Charakteristische Beispiele dafür sind sowohl das "Mädchenporträt" als auch der "Antilopenkopf" (Inv. 22990): Das Bildnis ist mit summarisch zusammenfassenden, ökonomischen Linien ohne subtil nuancierende Oberflächenstruktur definiert und lässt zudem Fauconnets Bewunderung für die Porträtkunst von #Hans Holbein d. J. erkennen.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 314, Nr. 138.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/33971/madchenkopf-nach-rechts-blickendImage Request