Bildnis Paul Cézanne jun.
Paul Cézanne
um 1880
Eines von Cézannes absoluten Lieblingsmotiven ist sein 1872 geborener Sohn Paul, den er mit dem Stolz eines Vaters nicht müde wird, in verschiedenen Posen und bei diversen Aktivitäten zu zeichnen und zu malen. Besonders ansprechend sind die spontan zu Papier gebrachten Skizzen, die ein Lächeln, einen bestimmten Gesichtsausdruck, eine Neigung des Kopfes einem Schnappschuss vergleichbar einfangen und zugleich das Heranwachsen des Kindes liebevoll dokumentieren. Die vorliegende Zeichnung hebt sich von den zumeist mit weiteren - auch andere Sujets betreffenden - auf einem Blatt angeordneten Skizzen durch seinen bildhaft monumentalen Charakter ab. Cézanne beschränkt sich in dieser Studie auf die Wiedergabe des Kopfes - der Kragen des Hemdes ist gerade noch angedeutet - verstärkt aber durch das großzügig leergelassene Papier sowohl die Präsenz des Dargestellten als auch die Intensität des Ausdrucks. Die Konzentration liegt auf der Wiedergabe der heiter zufriedenen Miene seines Sohnes Paul, über dessen mögliches Alter zum Zeitpunkt dieser Studie unterschiedliche Ansicht herrscht. Chappuis und Adriani datieren die Zeichnung um 1883, wonach Paul etwa zehn bis elf Jahre wäre. Er dürfte aber seiner eher kindlichen Physiognomie nach doch etwas jünger, etwa acht Jahre sein, was auch in der Literatur mehrheitlich vertreten wird.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 76, Nr. 30.
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