Jean-Baptiste Carpeaux, Spielende nackte Kinder mit einem Esel, Inv. Nr.: 24174
Spielende nackte Kinder mit einem Esel
Jean-Baptiste Carpeaux, Spielende nackte Kinder mit einem Esel, Inv. Nr.: 24174
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Spielende nackte Kinder mit einem Esel

Jean-Baptiste Carpeaux

1860




Künstler:in (Valenciennes 1827 - 1875 Courbevoie)
Date1860
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Schwarz, auf gebräuntem, stockfleckigem Pauspapier
Dimensions5,9 x 12,7 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24174
Markingsr.u. Nachlassstempel Jean-Baptiste Carpeaux (Lugt 500)
Text

Die Zeichnung mit einer Gruppe nackter Putten, die einen Esel antreiben, auf dem einer von ihnen zu reiten versucht, entstand - wie auch Inv. 24173 - als Vorlage für die seitenverkehrte Radierung "Bacchanale d´ enfants à l´ âne" (Delteil 1906-1926, Nr. 8). Ein Pendant dazu bildet das "Bacchanale d´enfants au charriot" (Delteil 1906-1926, Nr. 9). Breite, bisweilen mehrere, nebeneinander verlaufende Federstriche zeigen einerseits Carpeaux´ Suche nach der idealen Umrissform, verraten gleichzeitig aber auch den Bildhauer, indem sie durch intensive Licht- und Schattenwirkung Volumen und Dreidimensionalität evozieren. Bei diesem Blatt dürfte es sich um eine frühe Ideenskizze zu dieser Komposition handeln, während die folgende Zeichnung (Inv. 24173), in der die beiden Putten vor dem Esel fehlen, unmittelbar vor der Radierung entstanden sein dürfte.
Carpeaux gilt als der bedeutendste Bildhauer des zweiten Kaiserreichs, war aber auch als Maler, Zeichner und Radierer tätig. In der Druckgrafik scheint er über Anfangsversuche nicht hinausgekommen zu sein: Sein druckgrafisches Werk beschränkt sich auf elf Radierungen, die über seine Ungeübtheit in dieser Technik nicht hinwegtäuschen können. Die erste, von ihm bekannte Druckgrafik "Les Brigands calabrais" (Delteil 1906-1926, Nr. 1), hat er 1859 in Rom radiert. Sechs weitere (Delteil Delteil 1906-1926, Nr. 2-7) entstanden 1860 in seiner Heimatstadt Valenciennes, wo sich Carpeaux bei dem Advokaten #Jean-Baptiste Foucart aufhielt, um eine Büste von dessen Tochter zu modellieren. Gleichzeitig korrigierte er die druckgrafischen Versuche von dessen Sohn Paul und beschäftigte sich selbst mit diesem Medium. Ob die Entstehung der beiden pendantartigen Radierungen "Bacchanale d´ enfants à l´ âne" und "Bacchanale d´ enfants au charriot" ebenfalls in diese Zeit fällt, lässt sich nicht mit Sicherheit beantworten, wohl aber vermuten, da die 1860 ausgeführte Radierung "Le Génie de l´ Histoire" (Delteil 1906-1926, Nr. 2) ganz ähnliche, grob vereinfachte parallele Strichlagen zeigt. Zu dem Sujet spielender Putten dürften ihn diverse Illustrationen mit ähnlichen Darstellungen von #Charles Nicolas Cochin fils inspiriert haben (Siehe dazu: Delteil 1906-1926, Nr. 7).

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 50, Nr. 17.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 17
  • Bibliography
  • Nachlassversteigerung Jean-Baptiste Carpeaux, 8., 9. 12.1913, Paris, Galerie Manzi-Joyant, Bd. 2, Nr. 229/2: "Groupe d´ enfants jouant avec un âne"
  • Provenance
  • Nachlassversteigerung Jean-Baptiste Carpeaux, 8., 9.12.1913, Paris, Galerie Manzi-Joyant
  • 1924 erworben
  • Online resources
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    Last edited20.09.2017