Kopf einer jungen Frau (Studie im Umfeld der "Madonna mit dem Zeisig")
Albrecht Dürer
1506
Künstler:in
Albrecht Dürer
(Nürnberg 1471 - 1528 Nürnberg)
Date1506
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesPinsel in Grau, mit Deckweiß gehöht, auf blauem Papier; Kettlinien wohl horizontal, genaue Position nicht feststellbar; Blattoberfläche ziemlich verschmutzt, leichte Vergilbung
Dimensions28,6 x 19 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number3100
InscribedBezeichnet von fremder Hand: Dürer-Monogramm "AD", darüber der Ansatz des linken A-Balkens des ursprünglichen Monogramms sichtbar; verso (1895 aufgedeckt): "Albe[rtus] Durer[r] fecit: pro [...] / het teeken is affgesneden vindt daer by / noch een figuir stont die affgesneden is / men siet noch hier in een stuxken van / het merk te weten van A." (Albrecht Dürer fecit: pro [...] Das Zeichen [Monogramm] ist abgeschnitten, [Ich] finde dabei noch eine Figur, die abgeschnitten ist. Man sieht noch hierin ein Stückchen dieses Zeichen, zu wissen [nämlich] das A)
SignedM. r. der Ansatz des linken A-Balkens des ursprünglichen Monogramms
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Watermarkkein WZ
TextWährend Dürers circa anderthalb Jahre währendem Aufenthalt in Venedig schuf er mehrere Porträts, dasTafelbild "Christus unter den Schriftgelehrten" und zwei Andachtsbilder, darunter das so genannte "Rosenkranzbild", das seinen künstlerischen Durchbruch in der Lagunenstadt bedeutete. Die auf Pappelholz gemalte Tafel der "Madonna mit dem Zeisig", heute in der Gemäldegalerie, Berlin, ist ebenfalls in Venedig entstanden, war aber offenbar kein Auftragswerk, sondern wurde von Dürer zurück nach Nürnberg gebracht. Bevor das Bild nach Nürnberg kam, wurde es vielleicht von #Tizian gesehen und diente ihm als Vorbild für seine "Kirschenmadonna", heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Eine auf #Kaiser Rudolf II. und #Willibald Imhoff zurückgehende Provenienz wird zwar angenommen, ist aber nicht gesichert; die "Zeisig-Madonna" schien für einige Jahrhunderte verschwunden und tauchte erst wieder im 19. Jahrhundert in schottischem Privatbesitz auf, von wo es 1893 nach Berlin gelangte. Zu diesem Bild haben sich einige auf blauem Papier ausgeführte Detailstudien erhalten: eine mittlerweile verlorene Zeichnung in Bremen (W 408) und die Draperiestudie in der Albertina (Inv. 3107), die das Hemd des Jesusknaben vorbereitet. Darüber hinaus könnte eine Serie von Studien mit Kinderköpfen im Louvre (W 393-400) nicht nur für das "Rosenkranzbild", sondern auch für die Engel der "Zeisig-Madonna" herangezogen worden sein.
Der in der Forschung genannte Zusammenhang des Frauenkopfes in der Albertina (Inv. 3100) mit dem Tafelbild der "Madonna mit dem Zeisig" wurde zurecht kritisiert. Technik und blaues Papier verankern diese Zeichnung zwar fest in die Reihe der bisher besprochenen, während des Italienaufenthalts entstandenen Detailstudien, einen unmittelbaren Zusammenhang mit der "Zeisig-Madonna" vermögen wir aber nicht festzustellen; am geringsten scheint uns allerdings die von der Forschung ebenso genannte Nähe zur Madonna des "Rosenkranzbildes" zu sein, wohingegen uns eine Verbindung zur 1507 ausgeführten Eva des "Sündenfalldiptychons" im Prado am ehesten plausibel erscheint. Allenfalls kann es sich um eine Art Idealkopf handeln, den Dürer den jeweiligen Erfordernissen auf den genannten Tafelbildern angepasst hat. Das in ein nahezu kreisrundes Oval eingeschriebene faltenlose Gesicht ist auch in den Helldunkelübergängen so fließend gezeichnet, dass man meinen möchte, Dürer hätte die Züge einer nach Idealmaßen geformten klassischen Skulptur wiedergegeben.
Der in der Forschung genannte Zusammenhang des Frauenkopfes in der Albertina (Inv. 3100) mit dem Tafelbild der "Madonna mit dem Zeisig" wurde zurecht kritisiert. Technik und blaues Papier verankern diese Zeichnung zwar fest in die Reihe der bisher besprochenen, während des Italienaufenthalts entstandenen Detailstudien, einen unmittelbaren Zusammenhang mit der "Zeisig-Madonna" vermögen wir aber nicht festzustellen; am geringsten scheint uns allerdings die von der Forschung ebenso genannte Nähe zur Madonna des "Rosenkranzbildes" zu sein, wohingegen uns eine Verbindung zur 1507 ausgeführten Eva des "Sündenfalldiptychons" im Prado am ehesten plausibel erscheint. Allenfalls kann es sich um eine Art Idealkopf handeln, den Dürer den jeweiligen Erfordernissen auf den genannten Tafelbildern angepasst hat. Das in ein nahezu kreisrundes Oval eingeschriebene faltenlose Gesicht ist auch in den Helldunkelübergängen so fließend gezeichnet, dass man meinen möchte, Dürer hätte die Züge einer nach Idealmaßen geformten klassischen Skulptur wiedergegeben.
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IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/40157/kopf-einer-jungen-frau-studie-im-umfeld-der-madonna-mit-deImage RequestLast edited24.01.2025