Brustbild eines bärtigen Mannes
Egon Schiele
1907
Das Bildnis eines bärtigen Mannes ist eine akademische Studie, bei der Schiele der unterschiedlichen Stofflichkeit seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet: Glaubhaft vermittelt uns der Künstler den Eindruck des schweren Sakkostoffes, des weichen, frisierten Bartes und der faltigen Haut des alten Mannes.
Dem Akademiestudenten Egon Schiele ist daran gelegen, mittels einer Differenzierung der Kohle die unterschiedliche Stofflichkeit des schweren Sakkostoffes, des weichen frisierten Bartes und der Epidermis des alten Mannes auszudrücken. Die klar geführte verschattete Rückenlinie vom Oberarm über die Schulter bis zum Hinterkopf silhouettiert den Unbekannten linksseitig und verleiht dergestalt der gesamten Komposition eine interessante Asymmetrie.
Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 44.
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