Mann mit Melone und Zwicker
Egon Schiele
1910
Dass Schiele neben dem Flächenstil des Wiener Secessionismus wie ihn #Kolo Moser, #Josef Hoffmann oder #Gustav Klimt vorbildhaft vorführen, auch weiterhin Tendenzen des Neo-Impressionismus beachtet, erhellen die beiden Kreidezeichnungen der Albertina, die einen Mann mit Melone und Nasenzwicker zeigen (vgl. Inv. 30488a/31). In der subtilen Überlagerung verschiedener Farbkreiden, dem offenen Umriss des vom Seitenlicht aufgehellten Dreiviertelporträts sowie in der dezidiert illusionistisch angelegten Räumlichkeit der Gestalt erkennen wir die Beschäftigung Schieles mit dem Hauptvertreter des österreichischen Pointillismus, #Walter Hampel. Erstaunlicherweise sind die beiden in der Albertina aufbewahrten Skizzenblätter 1910 datiert, obwohl sie ihrem ganzen Duktus nach im Zusammenhang mit den Farbkreidezeichnungen des vorhergehenden Jahres gesehen werden müssen.
Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 54.
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