Jesus fällt das dritte Mal unter dem Kreuz (Karton zur neunten Station der Kreuzwegfresken in der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk, Wien II)
Josef von Führich
1843/44
Der dritte Fall Jesu unter dem Kreuz bringt im Vergleich zu den beiden vorhergehenden Szenen des Zusammenbruchs eine weitere Steigerung an Dramatik: Der scheinbar ohnmächtige Jesus ist mit seinem ganzen Körper zu Boden gesunken; vergeblich sucht ein rechts in breiter Schrittstellung stehender Scherge diesen an seinem Arm empor zu ziehen. Der Hohepriester hinter Jesus weist bedeutungsvoll in Richtung des fortschreitenden Zuges. Die Hellebarde rechts seitlich sowie die geschulterte Leiter bilden in ihren Diagonalen wichtige Bewegungsakzente im Bild. Hinter der hochdramatisch inszenierten Kernszene im Vordergrund sind in der dahinter liegenden Bildebene die beiden mit Christus zum Kreuzestod Verurteilten erkennbar, die ebenfalls zu ihrer Hinrichtungsstätte geführt werden. Im Hintergrund ist bereits der Hügel Golgotha sichtbar; die Mauern Jerusalems als orientalisch fantasiereich ausgeschmückte Architekturkulisse wiederholte Führich in nur geringfügiger Variation in der Station der Kreuzigung.
Joseph Führich - Die Kartons zum Wiener Kreuzweg, Ausstellungskatalog, hg. von K. A. Schröder, Albertina, Wien 2005, S. 68.
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