Maurisches Frauenbad
Charles Georges Dufresne
um 1913
Dufresne, der nach einer Lehre bei einem Gebrauchsgraphiker zunächst bei dem Medaillenstecher #Ponscarme an der École des Beaux-Arts studierte und im Atelier des Bildhauers #Charpentier arbeitete, begann sich erst ab etwa 1908 ernsthaft der Malerei zu widmen. Bis 1911 bevorzugte er die Pastelltechnik und als Themen hauptsächlich Porträts und Figurenstudien, die noch unter dem Einfluss von #Forain, #Steinlen und #Toulouse-Lautrec stehen. Ein entscheidender Wendepunkt in seiner künstlerischen Entwicklung trat 1910 ein, als er den großen Preis für Nord-Afrika gewann und zwei Jahre in Algier in der Villa Abd el Tif verbringen konnte. In dieser Zeit erlangt die Ölmalerei für ihn zunehmend an Bedeutung, die Farben werden satter und kräftiger. Seine Sujets spiegeln die orientalische Lebensweise, Kultur und Landschaft wider, die auch nach seiner Rückkehr eine wichtige Facette seines Œuvres blieben.
Seine Vorliebe für exotisch fremdländische Darstellungen dokumentiert auch die Zeichnung "Maurisches Frauenbad", in der intensiv leuchtende Farben, die noch starke fauvistische Anklänge zeigen, in bewusstem Kontrast zu dem dunklen Hintergrund und dem strahlend hellen, nackten Frauenkörper gesetzt sind. Die Wiedergabe steht stilistisch und thematisch in unmittelbarem Zusammenhang zu dem Ölbild "Maurisches Bad", das 1913 datiert wird (Privatbesitz; AK Granville 1988, Nr. 114).
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 272, Nr. 117.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/33963/maurisches-frauenbadImage Request