Tänzerin in Rückenansicht, ihren Schulterträger richtend
Edgar Degas
Mitte 1880er-Jahre
Von dem Sujet einer Ballerina, die ihren Trikotträger richtet, gibt es ebenfalls zahlreiche, von den 70er- bis in die 90er-Jahre reichende Versionen, wozu auch die Albertina-Studie gehört. Mit wenigen spontanen, souverän geführten Strichen zeichnet Degas eine mit dem Rücken zum Betrachter stehende Tänzerin mit ausgestrecktem linkem Arm und mit der rechten Hand ihren Träger richtend. Am oberen Bildrand wiederholt Degas fragmentarisch die Umrisse ihres Profils. Die meiste Aufmerksamkeit widmet er dem Oberkörper, der mit kräftigen diagonalen Schraffenlagen schattiert ist, während Beinstellung und die duftigen Tüllbahnen des Tutus mit einem Minimum an Linien widergegeben sind. In Körperhaltung und Schrittstellung der Wiener Studie nahe verwandt sind zwei Zeichnungen in New York (AK Paris/Ottawa/New York 1988/89, Nr. 138, Nr. 225) und eine Skizze in Budapest (AK Bern/Hamburg 1996, Nr. 85), vermutlich aus den 70er-Jahren. Das vorliegende Blatt wirkt im Vergleich freier und großzügiger in der Strichführung, weniger auf Details wie z.B. die Frisur bedacht, dafür stärker auf einen malerischen Effekt ausgerichtet. Es dürfte etwas später, in der Mitte der 80er-Jahre, entstanden sein.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 176, Nr. 77.
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