Christoph Nathe, Allegorie der Nemesis, als Relief in einer Landschaft dargestellt, rechts eine…
Allegorie der Nemesis, als Relief in einer Landschaft dargestellt, rechts eine hinzufliegende Taube
Christoph Nathe, Allegorie der Nemesis, als Relief in einer Landschaft dargestellt, rechts eine hinzufliegende Taube, Inv. Nr.: 6086
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Allegorie der Nemesis, als Relief in einer Landschaft dargestellt, rechts eine hinzufliegende Taube

Christoph Nathe

um 1799




Künstler:in (Niederbielau bei Görlitz 1753 - 1806 Schadewalde im Kreis Lauban)
Dateum 1799
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder und Pinsel in Braun, laviert, über Bleistiftspuren; braune Einfassungslinie
Dimensions10,5 x 6,6 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number6086
InscribedAuf dem Sockel des Reliefs: "ECCE. DEA. QUAE. NIMIO. OBSTAT. IMPERII." (in der Technik der Zeichnung)
SignedM. u. "Nathe. inv." (Feder in Braun)
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Wiedergabe der Darstellung in einer seitengleichen Radierung von #Chr. G. Geyser als Titelkupfer zu Bd. 3 von Johann Jacob Mnioch's sämtliche(n) auserlesene(n) Schriften, Görlitz 1799; Darst. 105 x 65 mm, bez. li. u.: "Nathe del.", re. u.: "Geyser sc." (Albertina-Exemplar: AAD, Bd. 88, Bl. 103; vgl. Rümann 1932, Nr. 88; Buchexemplar der Österreichischen Nationalbibliothek Sign. 159.422-A.3). - Die Darstellung wird auf S. 418f. ausführlich beschrieben: "Erklärung des Bildes, das ihm [= dem Buch] voransteht. Dies Bild ist eine Nemesis. - Die herrschende ewig gekrönte Göttin der Gerechtigkeit des Schicksals ! - zugleich die Göttin des Jahres, in dem ich schreibe !! - Sie wägt Sporn und Zügel gegeneinander ! Gewalt und Unrecht, die zu Gegenwehr, zu Kampf und Rache spornten ! - Vernunft, Menschenliebe und selbst das Glück des Gegenkampfs, die ein edles Gemüth in Streit und Triumph mäßigen und die Rache zügeln sollten ! - Aber die Schale mit dem Sporn ist im sinken, und zu leicht ist der Zügel ! - Eine Taube bringt einen Oehlzweig, und will ihn hinlegen in die steigende Schale, ob sie zum Gleichgewicht sinken möchte ! - Sinkst aber du tiefer, du Schale des Sporns, - siehe, so ist die Kette in der linken Hand der Göttin bereit, den Ausschlag zu geben ! Den Zügel der Freiheit wird sie hinwegnehmen, und an seine Stelle die alte Kette auflegen. - Wehe den Völkern, deren Zügel und Sporn also erfunden werden auf der Wage der Nemesis ! Der Name des Gewichts heißt Uebermuth ! - Wehe Euch, wenn der Oehlzweig neben der Schale zu Boden sinkt ! Dann wird der rückgehende Ausschlag der Wage heißen: Sklaverei ! - O Säkulum, ehe du endest, verschwinde die Bedeutung dieses Bildes ! - Nemesis werde den Völkern hold ! Sie richte nicht mehr, sie h a b e gerichtet. Die Zunge der Wage stehe aufrecht ! Der Muth und die Kraft der Freiheit sey im Gleichgewicht mit Vernunft und Menschenliebe. Am Portal stehe das Bild einer Nemesis-Cypris [Anm.: Siehe Herders zerstreute Blätter, zweite Sammlung], und auf einem Altar neben ihr spreche die Inschrift: Hier opfre wer sich ausgesöhnt fühlt mit der Gerechtigkeit des Schicksals."

 

zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 175, Nr. 594.

Catalogue raisonné
  • Gröning/Sternath 1997, 594
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
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    Last edited06.03.2012