"Eben diese Emilie?"
Johann David Schubert
1794
Wiedergabe der Darstellung mit dem oben zitierten Titel in einer Radierung von Chr. G. Geyser als 2. Monatskupfer im "Theater-Kalender auf das Jahr 1794" zur Anekdote im "Theater-Kalender auf das Jahr 1793", Gotha 1793, S. 64 (Albertina-Exemplar: AAD, Bd. 89, Bl. 103; Einfassungslinie 82 x 48 mm). - Anekdote: "Ein Requisiteur brachte zu Emilia Galotti zwey weibliche Portraits. Orsina war eine Abbildung der heiligen Märtyrerin Anna. - Die sanfte Emilia erschien in einer niedlichen Wiener Stubenmädchenhaube, mit knappen Korsett und ziemlich frech entblößten Busen. Es war das schön gemahlte und wohl getroffene Bildnis eines wirklichen Stubenmädchens, im Dienst eines unverheyratheten Kavaliers welcher das Bild aus seinem Schlafzimmer aufs Theater geliehen hatte. 'Eben diese Emilie?' rief der Prinz im Eifer, und hielt das Portrait gegen die Zuschauer, welche sogleich die Person erkannten, und sich über die frappante Aehnlichkeit der tugendhaften Tochter des biederen Odoardo mit dieser Tochter der Freude gar höchlich verwunderten."
zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 231, Nr. 766.
