François Verdier, Heimsuchung, Inv. Nr.: 11816
Heimsuchung
François Verdier, Heimsuchung, Inv. Nr.: 11816
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Heimsuchung

François Verdier

1690 - 1700




Künstler:in (Paris 1651 - 1730 Paris)
Date1690 - 1700
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide, grau laviert, Kreideweißhöhungen; oberer Abschluß altarblattförmig
Dimensions34 x 26,8 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number11816
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Der halbkreisförmige, auf ein Altarbild weisende obere Abschluß, das Format, die annähernd gleiche Größe und die Technik geben die sechs Zeichnungen zum Marienleben (Inv. 11815 - Inv. 11820) als Serie zu erkennen. Darüber hinaus stehen sich die Blätter auch kompositionell und stilistisch nahe. Hier liegt uns in gezeichneter Form ein Zyklus vor, zu dem wir leider keine Ausführung Verdiers kennen. Für zwei der Blätter (Inv. 11816, Inv. 11819) hat Veronika Kaposy (1980, pp. 80 und pp. 83/84) die unmittelbare Nähe der Kompositionen zu Altarbildern Verdiers in der Kapelle des Grand Trianon in Versailles festgestellt und eine Datierung in die 90er Jahre des 17. Jahrhunderts vorgeschlagen. Verdier hat sich zu diesem Zeitpunkt in der Strichführung von seinem Lehrer Charles Le Brun bereits gelöst (vgl. Inv. 11672, Inv.11680), bleibt aber in der Struktur der Pläne, der genauen Disposition der Figuren, die die Komposition geometrisch aufbauen, deren Gestik und in teilweisen motivischen Entlehnungen seinen Vorbildern Le Brun und Nicolas Poussin treu. Es ist nicht auszuschließen, daß in anderen öffentlichen oder privaten Sammlungen noch weitere Blätter zu diesem Zyklus auftauchen oder einzelne Darstellungen dieser Serie variieren (z. B. "Der Traum des hl. Josef"; siehe Inv. 11817 und eine das Thema variierende Zeichnung Verdiers in einer Wiener Privatsammlung).


Nur dieses Blatt wurde von Kaposy (1980, pp. 831 84) mit Inv. 11819 zusammengesehen; die anderen Zeichnungen der Serie läßt sie unerwähnt. In den beiden Blättern sieht sie Reprisen der teilweise heute verschollenen Ausstattung der Kapelle des Trianon de Marbre (siehe auch Schnapper 1964[1], p. 323, Anm. 4). Kompositionell knüpft die Zeichnung deutlicher als manche andere der hier vorliegenden Serie an Gemälde von Charles Le Brun um 1655 an, wie z. B. "Die hl. Familie" im Fitzwilliam Museum in Cambridge oder "Die hl. Familie" im Louvre (siehe Versailles 1963, Nr. 21).






Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 161, Nr. 860.





 

Catalogue raisonné
  • Widauer 2004, F 860
  • Provenance
  • Sammlung Gottfried Winckler (1731–1795), Leipzig
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/22298/heimsuchungImage Request
    Last edited30.11.2023

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