Die Porta Portello mit dem Brentakanal in Padua
Giovanni Antonio Canal gen. Canaletto
1740-1743
Mit Antonio Canal, genannt Canaletto, gelangte die Stadtvedute zu einem glanzvollen Höhepunkt. Die malerische Ansicht des alten Handelshafens von Padua entstand Anfang der 1740er-Jahre während einer Reise Canalettos entlang der Brenta. Gegenüber den charakteristischen Venedig-Ansichten bot dieses ländliche Panorama Canaletto die Gelegenheit zur Erweiterung seines Motivschatzes. Eine frische, sonnige Atmosphäre breitet sich über dem Landschaftspanorama aus, in dem sich alle Einzelheiten der geschlossenen Gesamtwirkung unterordnen.
Rahmenaußenmaß 50,6 × 69,7 × 3,4 cm
Mit Antonio Canal, genannt Canaletto, gelangte die in Venedig besonders beliebte Stadtvedute im 18. Jahrhundert zu einem glanzvollen Höhepunkt. Ihre lebendige Tradition geht zurück auf Ansichten in Bildern von #Jacopo und #Gentile Bellini, #Vittore Carpaccio oder #Lazzaro Bastiani, doch erst allmählich entwickelte sich die Vedute zu einem eigenen Genre und wurde zum bildbestimmenden Motiv. Eine nicht mehr zu überbietende Meisterschaft erreichten aber erst Canaletto und kurz darauf #Bernardo Bellotto und #Francesco Guardi.
Canaletto hat auf der Suche nach neuen Bildmotiven Anfang der 1740er-Jahre eine Reise entlang der Brenta bis nach Padua unternommen. In diesem Zusammenhang ist das großformatige Wiener Blatt mit der Ansicht des Brentakanals und der Porta Portello in der östlichen Vorstadt von Padua entstanden. An der malerischen Porta befand sich der alte Handelshafen, einer der belebtesten und populärsten Orte der Stadt, von dem die Schiffe nach Venedig abfuhren. Auf der Zeichnung ist genau festgehalten, wie die Waren auf den Barken transportiert werden oder gerade ein ankerndes überdachtes Kanalboot - "burchiello" - entladen wird. Gegenüber den charakteristischen Venedig-Ansichten bot dieses ländliche Panorama mit den locker verteilten Landhäusern, den Bäumen und den weiten Flächen unbebauten Terrains Canaletto die Gelegenheit zur Erweiterung seines Motivschatzes. Kern- und Angelpunkt in dieser Darstellung ist die Porta, die sich über die anderen Gebäude leicht erhebt. Auf sie laufen die perspektivischen Linien der Ufermauern zu, die dadurch die Komposition gliedern. Zur räumlichen Vereinheitlichung tragen auch die gleichmäßige Beschreibung aller Details und die Lavierung mit Braun- und Grautönen bei, die einerseits die Gebäudeteile akzentuiert und sie andererseits durch ein lebendiges Helldunkel zusammenfasst. Eine frische, sonnige Atmosphäre breitet sich über dem Landschaftspanorama aus, in dem sich alle Einzelheiten der geschlossenen Gesamtwirkung unterordnen. Canaletto hat die Porta am Brentakanal auf zwei Bildern und einer Reihe anderer Zeichnungen festgehalten, die jedoch kleiner und weniger sorgfältig ausgeführt sind wie das Albertina-Blatt. Dieses entstand gewiss in Hinblick auf ein Gemälde, wenngleich Canaletto bildhaft vollendete Zeichnungen dieser Art, die durch verschiedenfarbige Lavierungen eine besonders malerische Wirkung erhalten, oft zum Selbstzweck geschaffen hat.
Achim Gnann, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 127.
Die vorliegende Zeichnung wird von Corboz in die Jahre zwischen 1756 und 1768 datiert. Gezeichnete Versionen derselben Ansicht, von einem Standpunkt etwas weiter rechts, in Windsor (lnv. Nr. 7504; Parker 1948/1990, Nr. 82, Taf. 56; A. Hentzen, Canalettos Veduta ideata mit Motiven aus Padua, in: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen IH, 1958, p. 17, Fig. 4; Constable 1962, Nr. 675) und ein Blatt aus den Sammlungen Philip Hofer und Elton (Aukt.Kat. Sotheby's, London 13. Nov. 1924, Lot 98), das über Agnews in die Sammlung W. Grange in London (Constable 1962, Kommentar zu Nr. 676) gelangte. Das Gemälde in der National Gallery in Washington (lnv. Nr. 1961.9.53/1605; Aukt.Kat. Christie's, London 15. Juli 1955, Lot 88; Constable 1962, Nr. 375; Shapley 1979, p. 103-105, Taf. 68; Corboz 1985, P317) ist nach Corboz zwischen 1731 und 1746 entstanden.
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, II, Wien/Köln/Weimar 1994, S. 975, Nr. 1856.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/24425/die-porta-portello-mit-dem-brentakanal-in-paduaImage Request