Frau mit Katze
Max Beckmann
1942
In dem 1942 entstandenen Gemälde schildert Beckmann eine existenzielle Situation, wie sie seine Frau Quappi und er in ihrem Amsterdamer Exil oft erlebt haben müssen: Evoziert wird die erzwungene Muße in einem engen, ungewöhnlichen und wegen der Bombengefahr oft verdunkelten Raum, in den nur die schlafende Katze und die Blumen einen entspannten und heiteren Akzent zu bringen scheinen.
Rahmenaußenmaß 95 × 69,5 × 7 cm
Das vorliegende, in den Sommer 1942 zu datierende Bild entstand in einer für Beckmann extrem schwierigen Zeit. 1937, kurz nach Hitlers berüchtigter Rundfunkansprache anlässlich der Eröffnung der Großen deutschen Kunstausstellung in München, war er von Berlin nach Amsterdam geflüchtet, wo er in einem ehemaligen Tabaksspeicher am Rokin 85 Unterschlupf fand. Da sein Wunsch, in die Vereinigten Staaten zu emigrieren, infolge der Kriegsumstände erst 1947 in Erfüllung ging, war er gezwungen, zehn Jahre lang im holländischen Exil auszuharren. Neben der Arbeit an großformatigen Triptychen wie Schauspieler von 1941-1942 oder Perseus von 1940-1942, den Illustrationen zu Faust II und der Apokalypse des Johannes beschäftigte er sich hier vor allem mit der Figuren- und Stillebenmalerei, wobei er die beiden Bildgattungen oft auf originelle Art miteinander verschmolz. So auch im vorliegenden Werk, das sowohl Figurenbild als auch Stillleben und Interieur ist. Frau mit Katze zeigt eine blonde junge Frau, die mit angezogenen Beinen auf einem Kanapee sitzt und eine schwarze Katze in den Armen hält. Vor ihr steht ein runder Tisch, auf dem sich links eine Vase mit langstieligen lilafarbenen Blumen und rechts ein aufgeschlagenes gelbes Buch befinden. Den Raum schließt rechts eine gelbe Wand mit Bild, links eine völlig schwarze Fläche ab. In diesem Bild schildert Beckmann eine existentielle Situation, wie sie seine Frau Quappi und er in ihrem Amsterdamer Exil oft erlebt haben müssen: Evoziert wird die erzwungene Muße in einem engen, unwohnlichen und wegen der Bombengefahr oft verdunkelten Raum, in den nur gerade die Blumen im Vordergrund einen heiteren Akzent zu bringen scheinen.1
1 Vgl. Ausst.-Kat. Max Beckmann in Exile, Guggenheim Museum, New York 1996.
