Liegende Frau mit geneigtem Kopf
Egon Schiele
1913
Die nur leicht koloriert Bleistiftzeichnung ist eine Studie zu der Gouache Heilige Familie. Motivisch und kompositionell wiederholt diese Zeichnung die Haltung des letzten, im Neulengbacher Gefängnis entstandenen Selbstbildnisses: Die Konstellation des schräg geneigten Kopfes und die Anordnung der beiden Hände zitieren das frühere Selbstporträt. Sogar die außerhalb der rechten Hand liegende Bogenform ist von dem früheren Aquarell übernommen worden und schließt nun die sonst so offene Komposition nach unten ab. Während jedoch das expressive Selbstbildnis als Gefangener seine Form vor allem dem Aquarellpinsel verdankt, spielt die lichte und sparsame Kolorierung bei dieser Zeichnung nur eine Nebenrolle: Die Grafismen, das spiralförmige Gekritzel der Haarlocken, die kurz unterbrochenen und nach einer zackigen Bewegung fortgeführten harten Linienzüge bestimmen die Erscheinung des Blattes.
Rahmenaußenmaß 68,4 × 51,7 × 3,5 cm
Die vorliegende, nur leicht aquarellierte Bleistiftzeichnung ist zwar eine Studie zur Gouache "Heilige Familie", doch ist sie darüber hinaus insofern bemerkenswert, als sie motivisch und kompositionell bis in zeichnerische Details hinein die Haltung des letzten, im Neulengbacher Gefängnis gefertigten Selbstbildnisses wiederholt (Inv. 31026). Nicht nur die Konstellation des schräg geneigten Kopfes und die Anordnung der beiden Hände zitiert das Gefangenenselbstbildnis. Sogar die außerhalb der rechten Hand liegende Bogenform ist von dem früheren Aquarell übernommen und schließt nun die sonst so offene Komposition nach unten ab (vgl. Leopold 1972, S. 256) . Während jedoch das expressive Selbstbildnis als Gefangener seine Form vor allem dem frei tupfenden Aquarellpinsel verdankt, spielt die lichte und sparsame Kolorierung bei dieser Zeichnung von 1913 nur die Nebenrolle: Die Grafismen, das spiralenförmige Gekritzel der Haarlocken, die kurz unterbrochenen und nach einer zackigen Bewegung fortgeführten harten Linienzüge bestimmen die Erscheinung des Blatts, das #Leopold aufgrund der koloristischen Verwandtschaft des Deckfarbenblattes der "Heiligen Familie" mit dem Bildnis #Erich Lederers an den Beginn des Jahres 1913 datiert . (Leopold 1972, S. 256)
Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 236.
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