Egon Schiele, Liegende Frau mit geneigtem Kopf, Inv. Nr.: 25793
Liegende Frau mit geneigtem Kopf
Egon Schiele, Liegende Frau mit geneigtem Kopf, Inv. Nr.: 25793
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Liegende Frau mit geneigtem Kopf

Egon Schiele

1913




Die nur leicht koloriert Bleistiftzeichnung ist eine Studie zu der Gouache Heilige Familie. Motivisch und kompositionell wiederholt diese Zeichnung die Haltung des letzten, im Neulengbacher Gefängnis entstandenen Selbstbildnisses: Die Konstellation des schräg geneigten Kopfes und die Anordnung der beiden Hände zitieren das frühere Selbstporträt. Sogar die außerhalb der rechten Hand liegende Bogenform ist von dem früheren Aquarell übernommen worden und schließt nun die sonst so offene Komposition nach unten ab. Während jedoch das expressive Selbstbildnis als Gefangener seine Form vor allem dem Aquarellpinsel verdankt, spielt die lichte und sparsame Kolorierung bei dieser Zeichnung nur eine Nebenrolle: Die Grafismen, das spiralförmige Gekritzel der Haarlocken, die kurz unterbrochenen und nach einer zackigen Bewegung fortgeführten harten Linienzüge bestimmen die Erscheinung des Blattes.


 



Künstler:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
Date1913
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift, Aquarell auf braunem Japanpapier
Dimensions48 × 31,7 cm
Rahmenaußenmaß 68,4 × 51,7 × 3,5 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number25793
SignedM.r. "EGON / SCHIELE / 1913. "
Text

Die vorliegende, nur leicht aquarellierte Bleistiftzeichnung ist zwar eine Studie zur Gouache "Heilige Familie", doch ist sie darüber hinaus insofern bemerkenswert, als sie motivisch und kompositionell bis in zeichnerische Details hinein die Haltung des letzten, im Neulengbacher Gefängnis gefertigten Selbstbildnisses wiederholt (Inv. 31026). Nicht nur die Konstellation des schräg geneigten Kopfes und die Anordnung der beiden Hände zitiert das Gefangenenselbstbildnis. Sogar die außerhalb der rechten Hand liegende Bogenform ist von dem früheren Aquarell übernommen und schließt nun die sonst so offene Komposition nach unten ab (vgl. Leopold 1972, S. 256) . Während jedoch das expressive Selbstbildnis als Gefangener seine Form vor allem dem frei tupfenden Aquarellpinsel verdankt, spielt die lichte und sparsame Kolorierung bei dieser Zeichnung von 1913 nur die Nebenrolle: Die Grafismen, das spiralenförmige Gekritzel der Haarlocken, die kurz unterbrochenen und nach einer zackigen Bewegung fortgeführten harten Linienzüge bestimmen die Erscheinung des Blatts, das #Leopold aufgrund der koloristischen Verwandtschaft des Deckfarbenblattes der "Heiligen Familie" mit dem Bildnis #Erich Lederers an den Beginn des Jahres 1913 datiert . (Leopold 1972, S. 256)

Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 236.

Catalogue raisonné
  • Kallir Drawings 1990/1998, 1234
  • Bibliography
  • AK Albertina 1943, Nr. 35
  • AK Wien 1945, Nr. 22
  • Künstler 1946, Abb. 7
  • AK Albertina 1948, Nr. 323
  • Mitsch 1961, S. 34 (1969, Abb. 41)
  • Leopold 1972, Tafel 112
  • Mitsch 1974, Abb. 40
  • AK Hamburg 1981, Nr. 211
  • Schmidt 1989, S. 64
  • AK Albertina 1990, Nr. 102, Abb.
  • AK Zug 2001/02, ohne Nr.
  • Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, Nr. 124
  • Helmut Friedel und Helena Pereña (Hg.), Egon Schiele "Das unrettbare Ich". Werke aus der Albertina, Ausst.- Kat. Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Köln 2011, Nr. 62
  • Provenance
  • 1930 Schenkung von Max Hevesi (1894-1948) , Wien

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/3056/liegende-frau-mit-geneigtem-kopfImage Request
    Last edited15.05.2025