Rembrandt Harmensz. van Rijn, Ein Elefant, Inv. Nr.: 17558
Ein Elefant
Rembrandt Harmensz. van Rijn, Ein Elefant, Inv. Nr.: 17558
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Ein Elefant

Rembrandt Harmensz. van Rijn

1637




Künstler:in (Leiden 1606 - 1669 Amsterdam)
Date1637
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide
Dimensions23,3 × 35,4 cm
Rahmenaußenmaß 49,4 × 61,3 × 3,4 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number17558
Signedr.u. "Rembrandt ft. 1637"
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Dass Tiere für Rembrandt ein wichtiges Thema waren, geht aus der Tatsache hervor, dass sich in seinem Inventar ein "Buch voller Zeichnungen […] bestehend aus Tieren nach dem Leben" befunden hat. Das Buch ist verloren gegangen, geblieben ist aber eine eindrucksvolle Reihe von Tierzeichnungen, von denen die beiden Elefanten-Studien der Albertina (siehe auch Inv. 8900) zweifellos zu den Höhepunkten gehören. Zwei weitere Elefanten-Zeichnungen von Rembrandt befinden sich im British Museum in London und in der Morgan Library in New York (dieses Blatt ist nur als Gegendruck erhalten).
Das signierte und 1637 datierte Exemplar der Albertina ist durch seine detaillierte, porträtähnliche Ausführung das repräsentativste und berühmteste Beispiel der kleinen Gruppe. Dargestellt ist hier höchstwahrscheinlich ein 1633 von Ceylon nach Amsterdam transportierter weiblicher Elefant, der sich zunächst im Besitz des Statthalters #Frederik Hendrik und seines Sohnes #Johan Maurits befunden hat. 1636 wurde das Tier an einen Unbekannten verkauft, der es unter dem Namen "Hansken" in mehreren Ländern Europas vorführte, wie manche Quellen belegen. 1637 war das halbwüchsige siebenjährige Tier wiederum in Amsterdam zu sehen, wo es von Rembrandt in modellhafter Profilstellung festgehalten wurde.
Die schwarze Kreide eignete sich besonders zur Wiedergabe der faltigen Haut, deren Oberfläche durch das von links einfallende Licht subtil modelliert wird - von den schweren, einander mehrfach überlagernden Hautfalten bis zu den kurzen Stoppeln auf dem Kopf. Gleichzeitig erfasste Rembrandt auf brillante Weise die Psychologie des exotischen Tieres, das im 17. Jahrhundert in Europa als einmalige Sensation galt.
In der anderen Albertina-Zeichnung (Inv. 8900) hielt Rembrandt denselben Elefanten in drei verschiedenen Stellungen fest. In diesen Ansichten hob er die schwerfälligen Bewegungen des Tieres durch Umrisslinien hervor, wobei sich die Formen spannungsvoll überschneiden. Bisher wurde allgemein angenommen, dass die beiden Albertina-Zeichnungen zur gleichen Zeit entstanden sind. In jüngster Zeit wurde für die Dreiergruppe eine Datierung zwischen 1644 und 1646 vorgeschlagen, die vor allem auf dem älteren Erscheinungsbild des Tieres beruht (vgl. Roscam Abbing/Tuynman 2006). Etwa ein Jahr nach der 1637 datierten Zeichnung gab Rembrandt in seiner Radierung "Der Sündenfall" (Inv. DG1926/38) einen Elefanten wieder, der mit erhobenem Rüssel klein im Hintergrund des Gartens Eden erscheint.

Marian Bisanz-Prakken, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 87.

Catalogue raisonné
  • Benesch 1973, Bd. 2, Nr. 457, Abb. 546
  • Bibliography
  • AK Amsterdam 1935, Nr.42
  • AK London 1948, Nr.54
  • AK Wien 1949, Nr.90
  • AK Paris 1950, Nr.105
  • AK Stockholm 1956, Nr.89
  • AK Rotterdam/Amsterdam 1956, Nr.67, Abb.24
  • AK Wien 1956, Nr.28
  • AK Amsterdam 1969, Nr.46
  • AK Albertina 1969, Nr. 12
  • Slatkes 1980, S. 7-13, Abb. 3
  • AK Washington/New York/Wien 1984-86
  • AK Albertina/Amsterdam 1989/1990, Nr. 40, Abb.
  • AK Berlin u. a. 1991/1992, Bd. 2, S. 57 f.
  • AK Amsterdam 2000, Nr. 45, Abb.
  • A.K. Rembrandt, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien 2004, Nr. 71
  • Michiel Roscam Abbing, Pierre Tuynman, Rembrandts Drawings of the Elephant Hansken, in: Rembrandt 2006. Essays and New Rembrandt Documents, 2 Bde, Leiden 2006, Bd. 1, S. 173-190, S. 173, 180, 184, Abb. 12a
  • A.K. Rembrandt 400. Rézkarcok és rajzok / Etchings and Drawings, bearb. von Teréz Gerszi, Szépmüvészeti Múzeum, Budapest, 2006, Kat. 44, S. 53
  • Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina, Wien, Petersberg 2008, Nr. 87 (M. Bisanz-Prakken)
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 73 (M. Bisanz-Prakken)
  • Martin Royalton-Kisch/ Peter Schatborn, The core of Rembrandt drawings, New York 2011, Nr. 34
  • AK Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Nr. 151
  • Klaus Albrecht Schröder (Hg.), AK, Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung, Ostfildern 2014, S. 157.
  • Albertina, Rubens bis Rembrandt, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb. 46
  • Michiel Roscam Abbing, Rembrandts olifant. Inhet spoor van Hansken, Amstelveen 2016, S. 21
  • Leonore van Sloten, "Seeing Theatre with Rembrandt", in: Directed by Rembrandt. Rembrandt and the World of Theatre, Ausst. Kat. bearb. v. Leonore van Sloten u.a., Rembrandt House Museum, Amsterdam, 2024, S. 31-61, S. 33, fig. 21
  • Provenance
  • Kaiserliche Hofbibliothek
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
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    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/32307/ein-elefantImage Request
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