Kopf eines bärtigen Mannes
Peter Paul Rubens
Die divergenten Zuschreibungsversuche zu diesem Blatt – vorgeschlagen wurden in diversen Aufschriften auf der Rückseite bolognesisch, Schule Rembrandts, Rubens und Rubens Schule – verdeutlichen, wie wenig man über diese Kopfstudie eines alten Mannes weiß und wie schwierig eine spezifische Zuordnung ist. Mit der bolognesischen Schule wie mit der Familie Carracci, Guido Reni, Guercino oder Giovanni Lanfranco hat die Studie wohl ebenso wenig zu tun wie mit dem Rembrandt-Kreis. Von den rückseitigen Aufschriften kommt am ehesten ein Rubens-Schüler oder -Nachfolger infrage: In der Albertina befinden sich von Rubens bzw. von Rubens-Schülern einige in ihrer Ausführung mit schwarzer und farbiger Kreide sowie Rötel eng verwandte Köpfe (Inv. 8265). Während sich diese mit Gemälden von Rubens in Verbindung bringen lassen, ist bei der vorliegenden Zeichnung kein unmittelbarer Bezug zu einem ausgeführten Bild festzustellen, sodass der Dargestellte bislang nicht identifiziert werden konnte. Aufgrund der lebendigen Gestaltung von Haaren und Inkarnat entstand die Zeichnung vermutlich vor dem lebenden Modell, das in sich gekehrt den Kopf leicht zur Seite gewandt und den Blick in die Ferne gerichtet hat. Der Zeichner konzentrierte sich besonders auf die Mitte des Gesichts, die spitze Nase und die leicht zusammengekniffenen Augen, während er Schädel, Haare und Bart locker skizzierte und die Kreide malerisch verwischte. Die Gestaltung der Partie rund um den Mund unter dem Bart des Dargestellten bleibt dabei seltsam unspezifiziert.
Spurensuche. Die Sammlung Arthur Feldmann und die Albertina, Achim Gnann, Heinz Schödl (Hg.), Wien 2015, S. 60.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/328098/kopf-eines-bartigen-mannesImage Request