Liegender weiblicher und mit dem Rücken zum Betrachter sitzender männlicher Akt, seine Linke über die Frau gestützt
André Dunoyer de Segonzac
um 1911
Nach seinem Militärdienst mietete Dunoyer 1907 mit #Jean-Louis Boussingault gemeinsam ein Atelier in der rue Saint-André des Arts, wo sie, wie Dunoyer berichtet, "sich von jedem Lehrzwang befreien und unbeschwert arbeiten wollten". Man habe darauf geachtet, Modelle zu engagieren, die frei von Hemmungen in natürlichen und zwanglosen Stellungen agierten und dadurch einen wirklichkeitsnahen ungekünstelten Eindruck ermöglichten. Unter diesem Aspekt entstanden hier um 1911 etliche Zeichnungen eines nackten Paares in freizügigen, leidenschaftlichen Posen (zit. nach Dunoyer de Segonzac, in: Cailler 1970, S. 298).
Das Blatt der Albertina gehört ebenfalls zu dieser in Stil und Technik einheitlichen Serie. Im Vergleich zu den eher mit knittrigen, kleinteiligen Strichen ausgeführten Zeichnungen Dunoyers (siehe z.B. Inv. 22977) erinnern diese aus wenigen, klaren Linien bestehenden monochromen Arbeiten an die rhythmische Vollendung chinesischer Tuschpinselzeichnungen.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 294, Nr. 128.
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