Albrecht Dürer, Kopf eines Apostels mit Kappe (Detail aus dem "Heller-Altar"), Inv. Nr.: 3111
Kopf eines Apostels mit Kappe (Detail aus dem "Heller-Altar")
Albrecht Dürer, Kopf eines Apostels mit Kappe (Detail aus dem "Heller-Altar"), Inv. Nr.: 3111
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Kopf eines Apostels mit Kappe (Detail aus dem "Heller-Altar")

Albrecht Dürer

1508




Im Jahr 1507 erreichte Dürer der Auftrag des Frankfurter Ratsherren und Kaufmanns Jakob Heller (um 1460–1522), einen Altar für die Kirche des Dominikanerklosters zu Frankfurt am Main zu malen. Bis 1509 arbeitete Dürer an dem Triptychon, das auf der Mitteltafel die von den Aposteln bestaunte Aufnahme Mariens in den Himmel und ihre Krönung durch Gottvater, Christus und den Heiligen Geist präsentiert. Von Anfang an war das Meisterwerk eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges, bis 1614 dem bayerischen Herzog Maximilian der Ankauf der berühmten Tafel gelang. Allerdings ging die Krönung Mariens beim Brand der Münchener Residenz 1729 verloren.

 

Zum Heller-Altar haben sich Detailstudien für Draperien, Hände, selbst für Füße, Köpfe und für ganze Figuren erhalten. In Technik und Stil lehnen sie sich an die in Venedig entstandenen Studien auf blauem Papier an, doch hat Dürer nun die Bögen sehr sorgfältig in Blau oder Grün grundiert. Die daraus resultierende sehr feine Oberfläche erlaubte ihm ein wesentlich delikateres Arbeiten. Die Blätter konnten dem Auftraggeber bei dessen überliefertem Besuch in Dürers Werkstatt vorgelegt werden. Als Vorstudien für die weitaus detailärmere Malarbeit waren sie aber kaum zu gebrauchen. Für seine Werkstatt hatte Dürer damit aber Glanzstücke analytischer Beobachtung und präzisester Wiedergabe verfügbar.



Künstler:in (Nürnberg 1471 - 1528 Nürnberg)
Date1508
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesPinsel in Grau, grau laviert, mit Deckweiß gehöht, auf graugrün (über rosa) grundiertem Papier
Dimensions31,6 x 21,1 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number3111
Signedl.u. "1508 " und Dürer-Monogramm "AD"
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Watermarkkein WZ
Text
Diese Vorstudie zum Kopf des auf dem "Heller-Altar" im rechten Hintergrund erscheinenden Apostels wurde später ohne Kopfbedeckung von Dürer auch auf der Zeichnung "Die Versuchung des heiligen Antonius" (W 884) verwendet. In der Erfassung charakteristischer Gesichtsmerkmale ist diese Zeichnung genauso beeindruckend wie die Studie des bärtigen Apostelkopfes (Inv. 4836). Vermutlich nicht zuletzt deshalb wurde sie von #Ägidius Sadeler als Erste einer Reihe von insgesamt vier Studien im Medium des Kupferstichs - mit kleinen freien Ergänzungen durch den Stecher - festgehalten (1597; Hollstein 87). Die Zeichnung kam mit den anderen bekannten Vorzeichnungen zum "Heller-Altar" aus der Sammlung des Kaisers in jene #Alberts von Sachsen-Teschen; 1608 hatte #Kaiser Rudolf II. offenbar einige Blätter Dürers aus dem kaiserlichen Kunstbuch von Sadeler druckgrafisch reproduzieren lassen. Konrad Oberhuber vermutet darin den Beginn eines geplanten Projekts, das möglicherweise die Reproduktion aller Dürer-Blätter in Form von Kupferstichen vorsah. Im Hinblick auf die Hoffmann'schen Kopien von Dürers Tier- und Pflanzenstudien hätte dieses Vorhaben bereits auf einer gewissen Tradition gegründet.
Catalogue raisonné
  • Tietze/Tietze-Conrat 1933, 88
  • Winkler 450
  • Strauss 1508/4
  • Bibliography
  • AK Albertina 1971, Nr. 69
  • AK Albertina/Amsterdam 1989/90, Nr. 16
  • AK London 2002/03, S. 275, Nr. 229
  • AK Albertina 2003, Nr. 115 (H. Widauer)
  • AK Madrid 2005, S. 252-253, Nr. 64 (H. Widauer)
  • Wolf 2010, S. 149
  • Schauerte 2012, S. 153
  • Smith 2012, S: 187, 190-195
  • Strieder 2012, S. 300, 304, 309, 345
  • AK Washington 2013, S. 174-175, Nr. 58 (H. Widauer)
  • Andrea Bubenik, Reframing Dürer. The Appropriation of Arts, 1528-1700, Farnham 2013, S. 107
  • Albertina, Meisterzeichnungen: Dürer bis Michelangelo, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb.12
  • AK Albrecht Dürer, Albertina, Wien 2019, S. 459, Kat. 137
  • Provenance
  • wohl Kaiser Rudolf II.
  • Kaiserliche Schatzkammer
  • seit 1783 Kaiserliche Hofbibliothek
  • 1796 an Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/40232/kopf-eines-apostels-mit-kappe-detail-aus-dem-helleraltarImage Request
    Last edited09.03.2026