"Dank dem Himmel daß in unsern Zeiten nicht so strenge Einrichtungen sind"
Johann David Schubert
1793
Wiedergabe der Darstellung mit dem zitierten Titel in einer Radierung von #Chr. G. Geyser als 1. Monatskupfer zuir Anekdote aus dem "Theater-Kalender auf das Jahr 1793", Gotha 1793, s. 64 - 65 (Albertina-Exemplar: AAD, Bd. 101, Bl. 131 Einfassungslinie 82 x 49 mm). - Anekdote: "Wenn ein Komödiant in einem öffentlichen Schauspiele die Minerva, den Neptun oder Jupiter vorzustellen übernommen hat, und sie nicht so spielt, wie es die Würde dieser Götter erfordert, so pflegen die Athlotheten oder Agonotheten (obrigkeitliche Vorsteher aller öffentlichen Kampfspiele, unter deren Gerichtsbarkeit auch die Schauspieler standen) geißeln zu lassen, ohne daß es die Götter im geringsten übelnehmen, oder sich dadurch beleidigt finden, daß man Leute, die in ihrem Costum aufgetreten waren, durch den Büttel auspeitschen läßt; im Gegentheil, ich bin versichert, die Götter haben Gefallen daran, sie für ihr schlechtes Spiel peitschen zu sehen. Denn wenn ein Bedienter oder Bothe seine Rolle schlecht macht, so ist der Fehler eine Kleinigkeit, aber einen Jupiter oder Herkules auf eine unwürdige Art darzustellen, ist zu schändlich um geduldet zu werden. (s. Wielands Lucian) - Dank dem Himmel, daß in unseren Zeiten nicht so strenge Einrichtungen sind! Wie viel elende Lears, Hamlets, Wittelsbache, Alcesten, Ariadnen, Medeen u.s.w. würden nicht jährlich nur in Deutschland ausgepeitscht werden?"
zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 228, Nr. 758.
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