Egon Schiele, Alte Häuser in Krumau, Inv. Nr.: 31158
Alte Häuser in Krumau
Egon Schiele, Alte Häuser in Krumau, Inv. Nr.: 31158
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Alte Häuser in Krumau

Egon Schiele

1914




Diese Gouache der Krumauer Häuser zählt zu den bedeutendsten Werken Schieles. Es zeigt einen Abhang der Vorstadt über der Moldau mit den die Berglehne bekrönenden alten Häusern.

Schiele verzichtet auf den horizontalen Abschluss durch den Fluss oder die Uferböschung. Stattdessen lässt er die Gouache in nicht kolorierten, nur vereinzelt gezeichneten Gebäuden und Gebäudeteilen enden.

Der Kontrast zwischen voll ausgemalten Häusern bzw. Gebäudeteilen und der reinen Bleistiftzeichnung steht im Dienst einer Verräumlichung der Komposition. Das gilt für das von rechts ins Bild fluchtende Gebäude mit seiner rasanten perspektivischen Verkürzung, wie auch für die nicht ausgemalte Balkonrückwand des schwarz gedeckten Hauses. Die Hell-Dunkel-Struktur wechselt zwischen dem Dach und dem kalkigen Schornstein, zwischen der bunten Wäsche auf dem Balkon im oberen Stock und dem nur mit Bleistift gezeichneten landwirtschaftlichen Gerät im unteren Balkon.



Künstler:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
Date1914
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift, Pinsel, Deckfarben auf Japanpapier
Dimensions32,5 × 48,5 cm
Rahmenaußenmaß 55,2 × 71,7 × 4 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number31158
Signedr.u. "EGON / SCHIELE / 1914", umrahmt
Text

Egon Schiele hatte zu Krumau, die böhmische Heimatstadt seiner Mutter, Zeit seines Lebens eine besondere Beziehung. In vielen Werken wurde sie trotz aller vedutenhaften Erfassung der urbanen Situation zum Symbol der Toten Stadt, wie für die Symbolisten Brügge oder Venedig.
Die Gouache der "Alten Häuser in Krumau" zählt zu den bedeutendsten Werken Schieles. Es zeigt einen Abhang der Vorstadt über der Moldau mit den die Berglehne bekrönenden alten Häusern. Rudolf Leopold hat nachgewiesen, wie eng sich Schiele in diesem Werk an reale Gegebenheiten gehalten hat.
Schiele verzichtet auf den horizontalen Abschluss durch den Fluss oder die Uferböschung. Stattdessen lässt er die Gouache in nicht-kolorierten, nur vereinzelt gezeichneten Gebäuden und Gebäudeteilen enden. Verschiedene Schattenzonen in Fenster- und Türnischen fungieren als "graphische Konzentrationsstellen" (Rudolf Leopold).
Der Kontrast zwischen voll ausgemalten Häusern bzw. Gebäudeteilen und der reinen Bleistiftzeichnung steht im Dienst einer Verräumlichung der Komposition. Das gilt sowohl für das von rechts ins Bild fluchtende Gebäude mit seiner rasanten perspektivischen Verkürzung als auch für die nicht ausgemalte Balkonrückwand des ältesten, schwarz gedeckten Hauses von Krumau. Die Hell-Dunkel-Struktur wechselt zwischen Dach und dem kalkigen Schornstein, zwischen der bunten Wäsche auf dem Balkon im oberen Stock und dem nur mit Bleistift gezeichneten landwirtschaftlichen Gerät im unteren Balkon.

Klaus Albrecht Schröder, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best., Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 216.

Catalogue raisonné
  • Kallir Drawings 1990/1998, 1691
  • Bibliography
  • Liegler 1916, S. 71
  • Benesch o. J., Tafel 17
  • AK Albertina 1948, Nr. 270
  • AK Zürich 1958, Nr. 68
  • AK Albertina 1959 a, Nr. 90
  • Mitsch 1961, S. 59 (1969, Abb. 54)
  • AK Albertina 1968, Nr. 243, Abb.
  • Koschatzky 1968, Nr. 44
  • AK Kopenhagen 1973, Nr. 27
  • Mitsch 1974, Tafel 51
  • AK München 1975, Nr. 221, Abb.
  • Nebehay 1977, S. 34
  • AK Genf 1980, Nr. 27, Abb.
  • Malafarina 1982, Nr. D 65
  • Koschatzky 1982, Abb. 179
  • Arnold 1984, S. 23
  • AK Berlin 1986, Nr. 27, Abb.
  • AK Albertina 1990, Nr. 122, Abb.
  • Artinger 1999, S. 43
  • Kallir 2003, S. 320/21
  • AK Albertina 2003/04 a, Nr. 112, Abb.
  • AK Wien 2004/05, S. 140f. (Abb. S. 141)
  • AK Amsterdam 2005, S. 93, Abb.
  • Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, Nr. 159
  • Klaus Albrecht Schröder in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best., Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 216
  • Helmut Friedel und Helena Pereña (Hg.), Egon Schiele "Das unrettbare Ich". Werke aus der Albertina, Ausst.- Kat. Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Köln 2011, Nr. 60
  • Klaus Albrecht Schröder, in: Museo Guggenheim Bilbao (Hg.), Egon Schiele. Obras del Albertina Museum, Viena, (Kat. Ausst., Museo Guggenheim Bilbao, Bilbao 2012/2013), Bilbao 2012, S. 160-161 (in spanischer Sprache)
  • Albertina: Schiele bis Giaccometti , hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb.35
  • Christian Bauer (Hg.), Egon Schiele. Living Landscapes (Ausst. Kat. Neue Galerie New York, New York 2024/25), München/London/New York 2024, S. 43 f. (Abb. S. 43)
  • Provenance
  • 1951 erworben aus dem Nachlass Heinrich Benesch (1862-1947), Wien

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/3101/alte-hauser-in-krumauImage Request
    Last edited31.03.2025