Alte Häuser in Krumau
Egon Schiele
1914
Diese Gouache der Krumauer Häuser zählt zu den bedeutendsten Werken Schieles. Es zeigt einen Abhang der Vorstadt über der Moldau mit den die Berglehne bekrönenden alten Häusern.
Schiele verzichtet auf den horizontalen Abschluss durch den Fluss oder die Uferböschung. Stattdessen lässt er die Gouache in nicht kolorierten, nur vereinzelt gezeichneten Gebäuden und Gebäudeteilen enden.
Der Kontrast zwischen voll ausgemalten Häusern bzw. Gebäudeteilen und der reinen Bleistiftzeichnung steht im Dienst einer Verräumlichung der Komposition. Das gilt für das von rechts ins Bild fluchtende Gebäude mit seiner rasanten perspektivischen Verkürzung, wie auch für die nicht ausgemalte Balkonrückwand des schwarz gedeckten Hauses. Die Hell-Dunkel-Struktur wechselt zwischen dem Dach und dem kalkigen Schornstein, zwischen der bunten Wäsche auf dem Balkon im oberen Stock und dem nur mit Bleistift gezeichneten landwirtschaftlichen Gerät im unteren Balkon.
Rahmenaußenmaß 55,2 × 71,7 × 4 cm
Egon Schiele hatte zu Krumau, die böhmische Heimatstadt seiner Mutter, Zeit seines Lebens eine besondere Beziehung. In vielen Werken wurde sie trotz aller vedutenhaften Erfassung der urbanen Situation zum Symbol der Toten Stadt, wie für die Symbolisten Brügge oder Venedig.
Die Gouache der "Alten Häuser in Krumau" zählt zu den bedeutendsten Werken Schieles. Es zeigt einen Abhang der Vorstadt über der Moldau mit den die Berglehne bekrönenden alten Häusern. Rudolf Leopold hat nachgewiesen, wie eng sich Schiele in diesem Werk an reale Gegebenheiten gehalten hat.
Schiele verzichtet auf den horizontalen Abschluss durch den Fluss oder die Uferböschung. Stattdessen lässt er die Gouache in nicht-kolorierten, nur vereinzelt gezeichneten Gebäuden und Gebäudeteilen enden. Verschiedene Schattenzonen in Fenster- und Türnischen fungieren als "graphische Konzentrationsstellen" (Rudolf Leopold).
Der Kontrast zwischen voll ausgemalten Häusern bzw. Gebäudeteilen und der reinen Bleistiftzeichnung steht im Dienst einer Verräumlichung der Komposition. Das gilt sowohl für das von rechts ins Bild fluchtende Gebäude mit seiner rasanten perspektivischen Verkürzung als auch für die nicht ausgemalte Balkonrückwand des ältesten, schwarz gedeckten Hauses von Krumau. Die Hell-Dunkel-Struktur wechselt zwischen Dach und dem kalkigen Schornstein, zwischen der bunten Wäsche auf dem Balkon im oberen Stock und dem nur mit Bleistift gezeichneten landwirtschaftlichen Gerät im unteren Balkon.
Klaus Albrecht Schröder, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best., Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 216.
