Egon Schiele, Felderlandschaft (Kreuzberg bei Krumau), Inv. Nr.: 26668
Felderlandschaft (Kreuzberg bei Krumau)
Egon Schiele, Felderlandschaft (Kreuzberg bei Krumau), Inv. Nr.: 26668
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Felderlandschaft (Kreuzberg bei Krumau)

Egon Schiele

1910




Die Landschaftsdarstellung zeigt die im Südosten von Böhmisch-Krumau liegenden Hügel mit der am rechten oberen Rand abgeschnittenen Kapelle des Kreuzberges. Schiele gibt die Felder, die sich wie eine folkloristische Decke über die Hügel ausbreiten, in ihrer spätherbstlichen Färbung wieder. Dunkle Baum- und Buschsilhouetten begleiten an den Feldrainen die Hebungen und Senkungen des Terrains. Schiele interpretiert die Natur als dynamisches Gebilde, indem er die perspektivische Beschleunigung durch eine diagonale Bildanlage unterstreicht.

Ganz anders als bei seinen Menschendarstellungen, malt Schiele die Landschaftsaquarelle und -gouachen wie ein Gemälde völlig aus. Er gliedert sie in klar voneinander getrennte Flächen und Zonen. Die Farboberfläche wird mit dem Pinsel gleichsam modelliert.



Künstler:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
Date1910
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide, Aquarell, Deckfarben auf braunem Packpapier
Dimensions30,7 × 44,5 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number26668
Text
Die "Felderlandschaft" zeigt die im Südosten von Krumau liegenden Hügel mit der am rechten oberen Rand angeschnittenen Kapelle des Kreuzbergs. Auf diesem Werk wirken die Hügel aufgrund des hochgezogenen Horizonts steiler als sie in natura sind. Das erlaubt Schiele, die Felder im Spätherbst des Jahres in ihrer dekorativen Farbigkeit und dem sich ergebenden mannigfaltigem Muster der "Felder-Flecken" wie eine folkloristische Decke weit auszubreiten. Manche Felder sind schon abgeerntet; dunkle Baum- und Buschsilhouetten begleiten an den Feldrainen die Fältelung der Natur.
Schiele interpretiert die Natur als dynamisches Gebilde, indem er die perspektivische Beschleunigung der diagonalen Bildanlage unterstreicht. Selbst der leicht bewölkte Himmel gehorcht der inneren dekorativen Bildlogik und nicht naturalistischen Prinzipien der Naturnachahmung.
Schiele malte kurz nach diesem Aquarell dieselbe Hügelkette als "Gewitterberg" (Sammlung Weinberg, Zürich) von einem anderen Blickwinkel aus und mit einem engeren Gesichtsfeld.

Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 132.
Catalogue raisonné
  • Kallir Drawings 1990/1998, P184
  • Bibliography
  • Tietze 1919, S. 103
  • AK Genf 1937, Nr. 139
  • AK Albertina 1943, Nr. 42
  • AK Wien 1945, Nr. 3
  • AK Albertina 1948, Nr. 321
  • AK Zürich 1958, Nr. 40
  • Benesch 1958, gegenüber S. 20
  • AK Albertina 1968, Nr. 163, Abb.
  • Koschatzky 1968, Nr. 13
  • Mitsch 1969, Abb. 20
  • Olivetti 1972, Juli
  • AK München, 1975, Nr. 122, Abb.
  • Nebehay 1977, S. 38
  • Nebehay 1979, Abb. 62 (1980, Abb. 64)
  • Whitford 1981, Abb. 46
  • Malafarina 1982, Nr. D 33
  • Arnold 1984, S. 86
  • Friesenbiller 1985, S. 35
  • Nebehay 1989, Abb. 48
  • AK Albertina 1990, Nr. 48, Abb.
  • AK Mailand 2000, S. 64, Abb.
  • AK Wien 2004/05, Nr. 64, Abb.
  • AK Amsterdam 2005, S. 39, Abb.
  • Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, Nr. 57
  • Helmut Friedel und Helena Pereña (Hg.), Egon Schiele "Das unrettbare Ich". Werke aus der Albertina, Ausst.- Kat. Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Köln 2011, Nr. 58
  • Provenance
  • 1935 erworben von Heinrich Mayer (1864-1938), Wien

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/3028/felderlandschaft-kreuzberg-bei-krumauImage Request
    Last edited07.05.2025