Raffaello Santi, Studien zur "Madonna im Grünen", Inv. Nr.: 207v
Studien zur "Madonna im Grünen"
Raffaello Santi, Studien zur "Madonna im Grünen", Inv. Nr.: 207v
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Studien zur "Madonna im Grünen"

Raffaello Santi

um 1505/1506




Künstler:in (Urbino 1483 - 1520 Rom)
Dateum 1505/1506
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Braun
Dimensions24,6 x 36,3 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number207v
WatermarkLeiter im Kreis aus einfachen Strichen (bei Briquet: Leitern im Kreis mit Doppellinien)
Text
Ende 1504 oder 1505 begab sich Raphael nach Florenz, wo er sich mit mehreren Unterbrechungen längere Zeit aufhielt und sich intensiv mit der Kunst der Arnostadt und den Werken seiner Zeitgenossen, vor allem Leonardo, Michelangelo und Fra Bartolomeo auseinandergesetzt hat. Er erhielt in diesen Jahren keine Aufträge für monumentale Werke, führte jedoch eine Reihe bedeutender Madonnenbilder aus. Zu den berühmtesten zählen die in enger zeitliche Abfolge entstandene Madonna im Grünen (Wien, Kunsthistorisches Museum), Madonna mit dem Zeisig (Florenz, Uffizien) und sog. La Belle Jardinière (Paris Lourve). Sie zeigen ganzfigurige, in Landschaften eingefügte Bildnisse der sitzenden Muttergottes mit Christus und dem Johannesknaben. Diese Bilder sind nach dem damals in Florenz beliebten Dreiecksschema aufgebaut, in dem die Figuren innerhalb der fest gefügten geometrischen Grundform durch höchst vielfältig Bewegungen und subtile emotionale Bezüge untereinander ein reiches Leben entfalten. Die Studien auf dem Blatt der Albertina beziehen sich auf die berühmte Madonna im Grünen, das gegenüber den beiden anderen erwähnten Bildern strukturell am klarsten aufgebaut ist, am strengsten der Dreiecksform folgt und am frühesten entstanden ist. Das am Halsausschnitt des Madonnengewandes erscheinende Datum ist 1505 oder 1506 zu deuten. Die Madonna im Grünen ist eines der beiden Gemälde, das Raphael für seinen Freund Taddeo Taddei ausgeführt hat. Auf beiden Seiten des Blattes notierte Raphael die Anordnung der Figuren in Einzelstudien, die sich auseinander entwickeln oder spezifische Ideen variieren. Da sie in enger zeitlicher Abfolge entstanden sind, ist es schwierig ist zu klären, auf welcher der beiden Seiten der Künstler zuerst gezeichnet hat. Auf dem Verso (Inv. 207v) widmete er sich in erster Linie den Posen der beiden Kinder und ihrem Verhältnis zueinander (es erscheint ferner die Studie einer sitzenden Muttergottes, die ohne Bezug zu dem Wiener Bild ist). Auf der Rectoseite (Inv. 207r) konzentriert sich Raphael auf die Kenntlichmachung der Bezüge zwischen der Muttergottes und dem Christuskind sowie dem Johannesknaben.
Catalogue raisonné
  • Wickhoff 1892, 248
  • Stix 1932, 50
  • Birke/Kertész I
  • Bibliography
  • zwei Gruppen gest. von S. Paccini, 1770
  • Weigel 6500
  • Braun 156, 157 - Passavant, 1860, Bd. 2, S. 435, Nr. 189
  • Waagen, 1867, Bd. 2, S. 140, Nr. 197
  • Ruland, 1876, S. 59 X, Nr. 6
  • Crowe und Cavalcaselle, 1883, Bd. 1, S. 205ff.
  • Koopmann, 1890, S. 61
  • Wickhoff, 1892, S. XXV
  • Fischel, 1898, Nr. 56
  • Rosenberg, 1909, Abb. S. XIX, XXIIf.
  • Fischel, Raphaels Zeichnungen, Bd. 3, 1922, Nr. 115-116
  • Stix und Fröhlich-Bum, 1932, S. 10
  • Pope-Hennessy, 1970, S. 194, 200
  • Wien, 1983, Nr. 2-3
  • Knab, Mitsch, Oberhuber, 1983, Nr. 119, 122
  • Joannides, 1983, Nr. 110
  • Birke und Kertész, 1992, Bd. 1, S. 119
  • Edinburgh, 1994, Nr. 1 (Text v. Aidan Weston-Lewis)
  • Meyer zur Capellen, 1996, S. 186ff., Abb. 119-120
  • Oberhuber, 1999, Abb. S. 45 (Recto)
  • London, 2004-2005, S. 40, fig. 25, S. 172, unter Nr. 50 (Text v. C. Plazzotta)
  • Haarlem 2012/2013, Kat. 5 (A. Gnann)
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/32761/studien-zur-madonna-im-grunenImage Request
    Last edited26.07.2013