Jakob ringt mit dem Engel (Detailstudie für das Wandgemälde in der Chapelle des Saints-Anges in Saint-Sulpice, Paris)
Eugène Delacroix
1850
Papier und Zeichenweise lassen in dem Blatt eine Pauszeichnung erkennen, die in summarischer Weise die Umrissformen festhält und sich der vorhergehenden Studie (Inv. 24515) in Details wie den drei schwungvoll wegstehenden Haarbüschel des Engels oder der gleichen Unterteilung seines Flügels nahe verwandt zeigt. Für die Gruppe der beiden Ringenden existieren noch weitere Studien (z.B. Inv. 24514, Inv. 24516): Sowohl im Gegensinn wie seitengleich führen sie Delacroix´ Suche nach der seinen Vorstellungen entsprechenden, bestmöglichen Bildumsetzung anschaulich vor Augen (Spector 1967, Abb. 33-35, 37, 39). Die Hauptdisposition scheint in den wesentlichen Zügen festzustehen, Höhe und Winkel der erhobenen Arme, die Beinposition, verschiedene Neigungen des Kopfes oder der Abstand zwischen den Flügeln variieren nur in Nuancen.
Das Motiv zweier aufeinanderprallender, zunächst ebenbürtiger Gegner im Moment des noch unentschiedenen Ringens hat auf Delacroix offenbar eine besondere Faszination ausgeübt, da er es einige Jahre später auch auf den Kampf zwischen Löwe und Tiger (siehe Inv. 24094) übertrug.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 224, Nr. 97.
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