Sitzende Frau mit Hund
Pierre-Auguste Renoir
um 1894
In dieser Rötelskizze hat Renoir eine sitzende, schlafende junge Frau und einen Hund an ihrer Seite mit wenigen kräftigen Strichen summarisch notiert, um sie dann in einer weiteren Rötelzeichnung bildhaft und detailreicher auszuführen (Cleveland, Museum of Art, Department of Drawings and Prints; Farbabb. in: Meier-Graefe 1929, Taf. 238). Mit Hilfe des Rötels kommen einzelne plastische Formen sowie das Wechselspiel zwischen Licht und Schatten weich und harmonisch zur Geltung. Dazu existiert noch eine nahezu nur auf die Umrisse beschränkte Skizze, die den Eindruck einer Pauszeichnung macht (Bagnols-sur-Cèze, Musée Albert André). Das Blatt in Cleveland, das von Meier-Graefe um 1894 datiert wird, besticht durch die offene, malerisch breite Zeichenweise, die ganz im Gegensatz zu Renoirs vorangehender strenger "Ingres-Periode" der 1880er-Jahre steht, von der er sich in der Spätzeit wieder gänzlich entfernte. Renoir hat dieses Thema einer im Freien sitzenden Frau mit Hund bereits 1874 als Gemälde ausgeführt (AK London/Paris/Boston 1985/86, Nr. 31), hier allerdings nicht schlafend, sondern in einem Buch lesend.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 612, Nr. 281.
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