Albrecht Dürer, Liegender weiblicher Akt, Inv. Nr.: 3072
Liegender weiblicher Akt
Albrecht Dürer, Liegender weiblicher Akt, Inv. Nr.: 3072
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Liegender weiblicher Akt

Albrecht Dürer

1501




Künstler:in (Nürnberg 1471 - 1528 Nürnberg)
Date1501
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesPinsel und Feder (?) in Schwarz, grau laviert, mit Deckweiß gehöht, auf grün grundiertem Papier; Zirkeleinstich und Konstruktionslinien im Bereich des Bauches
Dimensions16,9 x 21,8 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number3072
InscribedM. "Dz hab ich gfisyrt"
SignedM. ".1501." und Dürer-Monogramm "AD"
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
WatermarkKrone mit Kreuz (?)
Text

Der aufgestützt liegende weibliche Akt gilt als eine der ersten konstruierten Figuren Dürers, seit Ludwig Justi (1898) entsprechende geometrische Silberstiftlinien im grünen Papiergrund entdeckt hat. Dafür spricht nicht nur das fehlende Ambiente (außer dem Bildhorizont), sondern auch die sorgfältige Beschriftung mit Monogramm und Datum 1501 "Dz hab ich gfisyrt" (etwa: nach dem Maßstab entworfen). Auch die minutiöse Ausführung in "venezianischer" Technik, weiß und schwarz auf getönter Grundierung, lässt die Bewertung des Blattes als ein gültiges Resultat erkennen.
Dürer hat offensichtlich auf die Liegende des "Meerwunders" (Inv. DG1930/1521) zurückgegriffen, diese jedoch in eine gesucht künstliche Haltung gebracht unter Vermeidung von Drehungen, Überschneidungen und Verkürzungen, um so meßbare Körperteile und -distanzen zu gewinnen. Jedoch wurde diese Liegende nicht, ebensowenig wie Liegefiguren überhaupt, als Demonstrationsfigur in die weitere Arbeit Dürers an und mit der menschlichen Proportion einbezogen.

Albrecht Dürer, Ausstellungskatalog, hg. von K. A. Schröder und M. L. Sternath, Albertina, Wien 2003, Abb. 59, S. 246.

Catalogue raisonné
  • Tietze/Tietze-Conrat 1933, 48
  • Winkler 260
  • Strauss 1501/6
  • Bibliography
  • Max Hauttmann, Dürer und der Augsburger Antikenbesitz, in: Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen, 42, 1921, S. 34-50, hier S. 37
  • AK Albertina 1971, Nr. 23
  • AK Washington 1971, S. 42 (unter Nr. VIII)
  • Wilhelm Steinböck, "Dz hab ich gfisyrt". Bemerkungen zu Dürers "Liegendem weiblichen Akt" von 1501 in Wien, in: Jahrbuch des kunsthistorischen Institutes der Universität Graz, 9/10, 1974/75, S. 185-193
  • Keil 1985, S. 56, Abb. 7
  • AK Albertina 1992, S. 22 f., 237
  • Koerner 1993, S. 189, S. 218, S. 484 (Anm. 10)
  • Budde 1996, Z/36a
  • Schoch u. a. 2001, S. 74
  • AK Albertina 2003, Nr. 59 (B. Hinz)
  • AK Madrid 2005, S. 214-215, Nr. 46 (B. Hinz)
  • Hammerschmied 2007, S. 78-79
  • Demele 2012, S. 53-54
  • AK Nürnberg 2012, S. 377, Nr. 77
  • Bernt von Hagen, Fuggersche Antikenrezeption im 16. Jahrhundert. Zum Bildungsgut des Humanismus in Augsburg, in: Bernt von Hagen u. a. (Hg.), Die "Badstuben" im Fuggerhaus zu Augsburg, München/London/New York 2012, S. 16-119, hier S. 30-31
  • Strieder 2012, S. 184
  • AK Washington 2013, S. 105-107, Nr. 26 (B. Hinz)
  • Anne-Marie Bonnet, Albrecht Dürer. Die Erfindung des Aktes, München 2014, S. 24-25
  • Iris Brahms, Zwischen Licht und Schatten. Zur Tradition der Farbgrundzeichnung bis Albrecht Dürer, Paderborn 2016, S. 237-240/Taf. IV.4
  • Anna Heinze, Der liegende weibliche Akt in Malerei und Graphik der Renaissance, Petersberg 2016, S. 147-148, 243
  • AK Albrecht Dürer, Albertina, Wien 2019, S. 454, Kat. 87
  • Provenance
  • Willibald Imhoff (1519-1580), Nürnberg (wohl Kunstbuch, Verzeichnis 1588, Zeichnung 34: "Ein nackendes Weibsbild grau in grau.")
  • wohl 1588 an Kaiser Rudolf II.
  • Kaiserliche Schatzkammer
  • seit 1783 Kaiserliche Hofbibliothek
  • 1796 an Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/39092/liegender-weiblicher-aktImage Request
    Last edited30.09.2025