Albrecht Dürer, Endres Dürer (1484-1555), Inv. Nr.: 3137
Endres Dürer (1484-1555)
Albrecht Dürer, Endres Dürer (1484-1555), Inv. Nr.: 3137
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Endres Dürer (1484-1555)

Albrecht Dürer

1514




Künstler:in (Nürnberg 1471 - 1528 Nürnberg)
Date1514
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSilberstift auf bläulich weiß grundiertem Papier; Oberfläche stark berieben
Dimensions29,6 x 21 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number3137
Inscribedr.o. "Also was endres Dürer gstalt / Do er treysig jor alt word czalt"
SignedM.o. "1514" und Dürer-Monogramm "AD"
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Watermarkwohl Dreizack mit Kreis (Strauss S. 3289-3293 [verwendet 1500-1526]; nicht bei Briquet und Meder)
Text

Über das Leben von Andreas (Endres) Dürer (1484-1555) ist im Unterschied zu dem seines berühmten Bruders Albrecht nicht viel bekannt. Wahrscheinlich erlernte er von seinem Vater das Goldschmiedehandwerk und wurde 1514 in Nürnberg als Meister aufgenommen. Von 1532 bis 1534 ist ein Aufenthalt in Krakau dokumentiert, wo Endres sich wahrscheinlich bei seinem zweiten Bruder Hans (1490 - um 1538) aufhielt, der dort seit 1527 Hofmaler #Sigismunds I. von Polen war. Nach dem Tod seiner Schwägerin #Agnes übernahm Endres 1530 den Großteil von Albrecht Dürers Nachlass.
Die ungewöhnlich großformatige Silberstiftzeichnung entstand möglicherweise anlässlich der Verleihung von Endres Meisterwürde. Der damals Dreißigjährige ist elegant gekleidet und trägt unter dem Obergewand ein gefälteltes Hemd mit besticktem Kragen sowie eine mit einer metallenen Spange geschmückte Haube, die man auch unter dem Barett tragen konnte - eine in süddeutschen Städten ab 1500 typische bürgerliche Tracht, die den Handwerker hier als angesehenen Bürger ausweist.
Der gesammelte Ausdruck des schmalen Gesichts macht das Bildnis besonders anziehend. Seine private Memorialfunktion wird durch die Inschrift am oberen rechten Blattrand verstärkt, wo Dürer den Namen und das Alter des Porträtierten vermerkte - wie auf der ebenfalls 1514 entstandenen Kohlezeichnung seiner Mutter (Berlin, Kupferstichkabinett), auf der er auch ihren wenig später folgenden Tod ergänzte. Neben der einfühlsamen Darstellung eines engen Familienmitglieds ist das Bildnis des Endres Dürer auch ein Beispiel für ein Künstlerporträt und Zeugnis für den Stolz und das neue Selbstbewusstsein des Handwerkerstandes.

Dürer - Cranach - Holbein. die Entdeckung des Menschen; das deutsche Porträt um 1500; eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München; Kunsthistorirsches Museum Wien, Wien 2011, S. 100, Abb. 49.

Catalogue raisonné
  • Tietze/Tietze-Conrat 1933, 110
  • Winkler 558
  • Strauss 1514/30
  • Bibliography
  • AK Albertina 1971, Nr. 89
  • Budde 1996, Z/10
  • AK Wien/München 2011, Nr. 15 (E. Michel)
  • AK Albrecht Dürer, Albertina Wien, München/London/New York 2019, S. 53, Abb. 3
  • Ksenija Tschetschik-Hammerl, Nach Dürer. Kunst begegnet Natur bei Hans Hoffmann und Daniel Fröschel, Petersberg 2023, S. 35-36, 269, Nr. 93 (zur Kopie Hans Hoffmanns)
  • Provenance
  • Willibald Imhoff (1519-1580), Nürnberg (Kunstbuch, Verzeichnis 1588, Zeichnung 10: "Ein Contrafait Albrecht Dürers Bruder.")
  • 1588 an Kaiser Rudolf II.
  • Kaiserliche Schatzkammer
  • seit 1783 Kaiserliche Hofbibliothek
  • 1796 an Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/40281/endres-durer-14841555Image Request
    Last edited24.01.2025