Johann David Schubert, "Freveley.", Inv. Nr.: 6462
"Freveley."
Johann David Schubert, "Freveley.", Inv. Nr.: 6462
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

"Freveley."

Johann David Schubert

1794




Künstler:in (Dresden 1761 - 1822 Dresden)
Date1794
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Schwarzgrau, Aquarell, über Bleistift
Dimensions5,1 x 6,6 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number6462
Signedl.u. "Schubert" (Bleist.)
Markingsr.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Radiert von #Chr. G. Geyser als Titelvignette zu dem Erzählstück Freveley in #Johann Carl August Musäus'  Moralische Kinderklapper. Nach dem Französischen des Herrn Monget. Neue Auflage, Gotha 1794, S. 121 (Albertina-Exemplar: AAD, Bd. 89, Bl. 90; Platte 60 x 74 mm; unkoloriert. In der Buchausgabe existiert die Darstellung auch als kolorierte Illustration, vgl. das Exemplar der Österreichischen Nationalbibliothek Sign. 3.Mm.21). - Mongets Hochets moreaux erschienen zuerst in Paris 1782. Die deutsche Ausgabe von 1794 enthält noch eine Vorrede des Herausgebers F. J. Bertuch aus dem Jahr 1787. - Textauszug: "Noch einmal soll mir Mamsell Duval an den Reihen. Ich habe schon ihr Hühnerauge und ihre Eitelkeit der Lesewelt gerühmt. [...] Sie war vor wenig Jahren [...] bey einer Gräfin engagiert, die junge Herrschaft zu erziehen, worunter auch ein zartes Herrlein war, ein lebhaft Kind, das mancher Fährlichkeit sich unterfieng und deshalb strenge Aufsicht forderte. [...] Bey schlechtem Wetter war die Gräfin einst ganz deoevriert; sie ließ, um sich die Zeit zu kürzen, die Kinder nebst der Gouvernante rufen. Der kleine Leopold war auch dabey, trieb vielen Unsinn in dem Zimmer. Er kletterte auf Tisch und Stühle, und raßte wie ein Poltergeist. Du Sausewind, sprach die Frau Mama, das schickt sich nicht. In meiner Gegenwart mußt du fein sittsam dich geberden, wie deine Schwestern thun. [Leopold setzte sich eine Weile, dann aber sann er] auf ein lustiges Intermezzo, sprang auf vom Stuhl und wälzte sich mit Wohlbehagen auf der Erde, auch überschlug er einmal überm Kopf sich, nach gemeiner Knabenart [...] geschehen war geschehen: das zarte Herrlein hatte eine Flechse sich verrenkt, noch ehe der Adamsapfel reifte, trat unterm Kinn ein zweytes Kinn hervor, ein episodischer Auswuchs, den man in den Papieren des braunen Mannes lieber duldet, als am Halse. [...] - Ein klein Versehn, ein Kinderstreich Hat oft aufs ganze Leben Folgen; Drum lieben Kinder, hütet euch Für Freveleyen wie für Dolchen Damit ihr, wenn ihr größer seyd, Nicht euern Unverstand bereut."

 

zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 235, Nr. 781.

Catalogue raisonné
  • Gröning/Sternath 1997, 781
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/18280/freveleyImage Request
    Last edited21.06.2018