Selbstbildnis mit Stirnband
Egon Schiele
1909
Das Selbstbildnis mit Stirnband von 1909 steht noch ganz im Bann des Wiener Jugendstils: Das Stirnband ist auffällig mit dem Hoffmannschen Quadratmuster dekoriert. Ungewöhnlich und der Ästhetik des Jugendstils fremd ist das Motiv des mit ausgestreckten Fingern herabgezogenen Augenlids und eine leichte Abweichung von der Senkrechten, die gemeinsam mit den unregelmäßig verteilten Ornamenten eine neue Bildspannung ergeben.
Künstler:in
Egon Schiele
(Tulln 1890 - 1918 Wien)
Date1909
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift, Farbkreiden, auf Zeichenpapier
Dimensions40 × 29,8 cm
Object number30771
Signedl.u. "ES"; r.u. "ES"
TextDie Emanzipation Schieles von den Stilformeln des Wiener Jugendstils im Jahr 1910 kann exemplarisch mit der Gouache der Albertina "Selbstbildnis mit herabgezogenem Augenlid" (Inv. 30395) illustriert werden.
Wie sehr sich dieser Neuanfang konsequent einer radikal neuen expressionistischen Ästhetik des Hässlichen verdankt, zeigt das nur wenige Monate zuvor entstandene "Selbstbildnis mit Stirnband".
Schon 1909 stellt sich Schiele in dieser merkwürdigen Pose mit dem auf das Auge bezogenen Gestus dar. Dennoch steht diese Zeichnung trotz des disharmonischen Motivs im Banne des Wiener Jugendstils, wie das auffällig dekorierte Stirnband mit dem Hoffmannschen Quadratmuster und die dezidierten Farbakzente der blauen Ornamentbänder auf der Schulter belegen.
Zu Recht hat jedoch #Leopold darauf hingewiesen, dass die leichten Abweichungen von der Senkrechten gemeinsam mit den unregelmäßig verteilten Ornamenten eine neue, dem Jugendstil fremde Bildspannung ergeben. Überhaupt widerspricht der secessionistische Farbklang der Buntstiftzeichnung dem mimisch-gestischen Stimmungsgehalt des Selbstporträts.
Wie sehr sich dieser Neuanfang konsequent einer radikal neuen expressionistischen Ästhetik des Hässlichen verdankt, zeigt das nur wenige Monate zuvor entstandene "Selbstbildnis mit Stirnband".
Schon 1909 stellt sich Schiele in dieser merkwürdigen Pose mit dem auf das Auge bezogenen Gestus dar. Dennoch steht diese Zeichnung trotz des disharmonischen Motivs im Banne des Wiener Jugendstils, wie das auffällig dekorierte Stirnband mit dem Hoffmannschen Quadratmuster und die dezidierten Farbakzente der blauen Ornamentbänder auf der Schulter belegen.
Zu Recht hat jedoch #Leopold darauf hingewiesen, dass die leichten Abweichungen von der Senkrechten gemeinsam mit den unregelmäßig verteilten Ornamenten eine neue, dem Jugendstil fremde Bildspannung ergeben. Überhaupt widerspricht der secessionistische Farbklang der Buntstiftzeichnung dem mimisch-gestischen Stimmungsgehalt des Selbstporträts.
Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 59.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/3014/selbstbildnis-mit-stirnbandImage RequestLast edited29.11.2021