Eugène Delacroix, Studie zu "Marfisa", Inv. Nr.: 24104
Studie zu "Marfisa"
Eugène Delacroix, Studie zu "Marfisa", Inv. Nr.: 24104
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Studie zu "Marfisa"

Eugène Delacroix

um 1849-1850




Künstler:in (Charenton 1798 - 1863 Paris)
Dateum 1849-1850
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Braun, Bleistiftspuren
Dimensions33,2 x 21,8 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24104
Markingsr.u. Nachlassstempel Eugène Delacroix (Lugt 838)
Text

Die schwungvolle Federskizze ist eine Vorstudie für Delacroix´ 1852 datiertes Gemälde "Marfisa" (Baltimore, The Walters Art Gallery). Die Szene stammt aus dem "Rasenden Roland" (20. Gesang, Stanzen 108-116) von #Ludovico Ariost: Die kriegerische Jungfrau Marfisa, die im Mittelmeerraum auf der Suche nach Abenteuern mit jedem fahrenden Ritter kämpft, trifft, von Marseille kommend, an einer Furt im Wald eine alte verhärmte Frau und nimmt sie auf ihrem Pferd mit. Sie begegnen dem Ritter Graf Pinabel von Mainz und seiner hoffärtigen Freundin, die über die hässliche Alte spottet. Marfisa fordert den Ritter daraufhin zum Kampf mit der Bedingung, dass seine Dame sich ihrer prächtigen Kleider entledigen müsse, wenn er vom Pferd falle. Nachdem Marfisa Pinabel aus dem Sattel gestoßen und eine Begleiterin Schmuck und Gewand abgelegt hat, ziehen Marfisa und die damit ausstaffierte Alte weiter, die außerdem noch deren Zelter erhielt.
Zu dem Gemälde, an dem Delacroix laut seinem Tagebuch ab 1850 gearbeitet hat und das im Mai 1851 fertig war, haben sich insgesamt fünf Studien erhalten. Delacroix´ erste Idee für dieses Sujet stellt eine lavierte Zeichnung in Privatbesitz dar (Robaut 1885, Nr. 1197, Abb.), die den abgeworfene Pinabel und sein davon stürmendes Pferd noch zentraler in die Komposition mit einbezogen zeigt. Seine bereits entkleidete Freundin ist en-face wiedergegeben, ebenso in den Studien in Chicago (The Art Institute), Wien und Lille (Musée des Beaux-Arts). Eine Skizze in Besançon (Musée des Beaux-Arts et d'Archéologie), in der Delacroix nur die junge Frau, aber seitlich stehend und sich nun nach rückwärts umwendend festhält, bereitet die endgültige Bildlösung mit ihr als Rückenakt vor.

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 212, Nr. 93.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 93
  • Bibliography
  • Versteigerungskatalog Delacroix 1864, vermutlich unter Nr. 364
  • Johnson, III, S. 125 (unter Nr. 303)
  • AK Paris/Philadelphia 1998/99, S. 218 (unter Nr. 87)
  • Provenance
  • Nachlassversteigerung Delacroix 1864
  • 1924 erworben
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/33853/studie-zu-marfisaImage Request
    Last edited28.09.2011