Zwei männliche Gestalten (Doppelselbstbildnis)
Egon Schiele
1910
Der Doppelgänger ist aus Kunst und Literatur vor
allem als Todesbote bekannt. Indem Schiele dieses Motiv aufgreift, zeigt er sich
wiederum als Künstler am Rande der Gesellschaft, für den ‒ ständig
Krankheit, Kummer und Einsamkeit ausgesetzt ‒ der Tod
allgegenwärtig ist. Ein anderer Aspekt des Doppelselbstbildnisses ist die
Erweiterung des Selbstbildnisses, um unterschiedliche Wesenszüge gleichzeitig
darstellen zu können. In Wien um 1900 ist das Motiv des Doppelgängers beliebt
und wird sowohl in der Psychoanalyse (Sigmund Freud, Otto Rank) als auch in der
Literatur (Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Leopold Andrian) auf
unterschiedlichste Weise beurteilt und eingesetzt.
Künstler:in
Egon Schiele
(Tulln 1890 - 1918 Wien)
Date1910
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide auf braunem Packpapier
Dimensions45,2 × 30,9 cm
Rahmenaußenmaß 66,5 × 52 × 3,4 cm
Rahmenaußenmaß 66,5 × 52 × 3,4 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number31247v
Markingsr.u. Stempel "PROFESSOR / ARTHUR ROESSLER / WIEN, XIX, BILLROTHSTRASSE 6"
Catalogue raisonné
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/278994/zwei-mannliche-gestalten-doppelselbstbildnisImage RequestLast edited29.11.2024