Römischer Park mit Brunnen
Jean-Honoré Fragonard
1774
Jean-Honoré Fragonard, ein Schüler Bouchers, zeichnete während seiner Italienaufenthalte 1756–1761 und 1773/74 eifrig nach der Natur und studierte vor allem die Parkanlagen römischer Villen. Es entstand eine stattliche Anzahl an Landschaftsdarstellungen, von denen einzelne Motive vielfach erst nach seiner Rückkehr nach Paris in Gemälde, Zeichnungen oder Stiche übertragen wurden. Tatsächlich Gesehenes wird mit erfundenen oder in verschiedenen Gärten gesammelten Motiven zu malerischen Ansichten verwoben. Während frühere Studien in Rötel oder Kreide ausgeführt sind, arbeitete Fragonard bei seiner zweiten Romreise mit dem Pinsel. Unterschiedlich dichte braune Lavierungen, auf die in reicher Variation pointillistisch wirkende Farbflecken gesetzt sind, erzeugen ein lebhaftes Flimmern, welches das kontrastreiche Licht des Südens und den Charakter des dichten Laubes überzeugend beschreibt.
Eine dominierende Rolle nimmt bei Fragonard die Wiedergabe der Landschaft ein. Er zeichnete während seiner Italienaufenthalte, 1756 bis 1761 und 1773/74, eifrig nach der Natur und studierte vor allem Parkanlagen und Gärten römischer Villen. Das künstlerische Ergebnis dokumentiert eine stattliche Anzahl an Landschaftsdarstellungen, von denen einzelne Motive vielfach erst nach seiner Rückkehr nach Paris in Gemälde, Zeichnung oder Stich übertragen wurden. Tatsächlich Gesehenes wird mit erfundenen, malerischen Ansichten verwoben.
Die Zeichnungen, die während seiner Reise 1773/74 in Begleitung des Kunstsammlers Jacques-Onésyme Bergeret de Grancourt, einem der reichsten Männer Frankreichs, entstanden, unterscheiden sich von denen der ersten Reise vor allem durch die Verwendung einer anderen Technik: Pinsel und Braunlavierung statt Rötel oder Kreide. Während in den früheren, mit dem Stift ausgeführten Studien die lineare Struktur stärker betont wird, findet sich in den Pinselzeichnungen das malerische Element mehr ausgeprägt. Viele Blätter dieses Aufenthalts wurden ganz gegen Fragonards sonstiger Gewohnheit mit Orts- und Jahresangabe versehen, was vielleicht auf die Faszination der Wiederbegegnung mit Italien, besonders mit Rom, zurückzuführen ist.
Fragonard und Bergeret verbrachten die Monate Dezember bis April in Rom, wo im Frühjahr 1774 seine schönsten Parklandschaften entstanden. Dazu gehören auch das mit »Roma 1774« datierte Blatt Römischer Park mit Brunnen und sein in Format und Ausführung identes Gegenstück Römischer Park mit Zypressen, das sich ebenfalls im Besitz der Albertina befindet (Inv.12737). Der Park konnte bis jetzt nicht näher identifiziert werden, auch wenn immer wieder die Gartenanlage der Villa d’Este in Tivoli als Inspirationsquelle vermutet wurde (vgl. Paris, New York 1987/88, Nr. 181). Eher anzunehmen ist, dass Fragonard charakteristische topographische Motive aus verschiedenen Gärten zu einem neuen Naturausschnitt vereint hat.
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